Am 15. Oktober 2007 wird die Übergabe ihres Projektes "Goldstraße 25" im nördlichen Teil der Quedlinburger Altstadt um 16.00 Uhr im Beisein von Dr. Karl-Heinz Daehre, Minister für Bau und Verkehr und Professor Dr. Jan-Hendrik Olbertz, Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt sowie Dr. Robert Knüppel, Generalsekretär der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), gefeiert.
Seit 2001 haben Teilnehmer der Jugendbauhütte Quedlinburg an der Sicherung und Wiederherstellung des Hauses an der Straßenkreuzung Goldstraße/Schmale Straße gearbeitet. Unter der fachlichen Anleitung des Deutschen Fachwerkszentrums Quedlinburg erlernten sie in einem bundesweit wohl einmaligen Projekt denkmalgerechte und umweltschonende Restaurierungsmethoden in der Praxis. Sie restaurierten die historischen Fenster und Türen, arbeiteten die Fußböden auf, bauten Treppen und Fachwerkinnenwände wieder auf, lernten Lehmbau- und Putzarbeiten sowie die Ausmauerung der Gefache, sogar Sandsteinarbeiten und das Mauern von Gewölben. Damit wurde das 2000 von der DSD übernommene Gebäude gerettet und kann nun einer neuen Nutzung zugeführt werden. In dem Gebäude Goldstraße 25, das seit einem ersten Sanierungsversuch Anfang 1994 über Jahre dem Verfall preisgegeben war, können ab 2008 in den eingerichteten Ferienwohnungen neue Gäste in der Welterbestadt begrüßt werden.
Der zweigeschossige barocke Fachwerkbau stammt aus der Zeit um 1820. Die Mauerung des Kellergewölbes sowie Baudetails lassen eine frühere Entstehung des Kernbaus in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts vermuten. Der Eigentümer Hermann Kulp erweiterte es 1884. Anfangs diente es als Leihhaus, später als Thermometerfabrik. Seit 1945 wurde es zu Wohnzwecken genutzt. Die einheitliche Fassadengestaltung mit einem kaum vorkragenden Fachwerkobergeschoss sowie die breiten Fenster lassen eine bewusste Anlehnung an die zeitgenössischen Fassaden der Massivbauten erkennen.
Die DSD stellte für die Arbeiten etwa 813.000 Euro zur Verfügung. Insgesamt hat die Stiftung seit 1991 dank privater Spenden und den Mitteln der Lotterie Glücks-Spirale fast 20 Millionen Euro für die Sanierung von über 80 Denkmalen in Quedlinburg zur Verfügung stellen können. Darüber hinaus erfüllt sie mit dem Tag des offenen Denkmals, ihren Jugendbauhütten, dem Schulprogramm "denkmal aktiv", Ausstellungen, Reisen und Vorträgen ihren Satzungsauftrag, breite Teile der Bevölkerung für den Gedanken des Denkmalschutzes zu gewinnen. Mit dem Projekt "Goldstraße 25" konnte die Rettung eines Denkmals mit den Aktivitäten zur Gewinnung junger Menschen und der Förderung der Infrastruktur der Welterbestadt Quedlinburg in vorbildlicher Weise verknüpft werden.
Bonn/Quedlinburg, den 15. Oktober 20071/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

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