Sie werden am 7. Dezember um 11.00 Uhr in der evangelischen Kirche Schnaditz im Landkreis Delitzsch mit einer besonderen Aktion geehrt: Prof. Dr. Klaus Trouet, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Stiftung, und Pfarrer Jörg Uhle-Wettler vom Evangelischen Kirchenspiel Tiefensee hinterlegen die Liste aller Spendernamen im Mauerwerk der Kirche. Die Liste, auf besonders haltbarem Papier gedruckt, dokumentiert der Nachwelt dieses bundesweite Engagement der Bürger für den Denkmalschutz. Dort, wo die Spenderliste hinterlegt wird, erläutert eine Bronzetafel die Aktion: "An dieser Stelle ist im Mauerwerk eine Liste aller Spender hinterlegt, die 2002 dazu beigetragen haben, die Hochwasserschäden in Schnaditz und an vielen weiteren Kulturdenkmalen zu beheben. Dafür danken wir. Ev. Kirchenspiel Tiefensee, Kirche Schnaditz und Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Schnaditz, im Dezember 2007". Die Kirche von Schnaditz ist stellvertretend eines von 140 Denkmalen von Bayern bis Niedersachsen, bei denen die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank dieser Spenden bei der Behebung der Hochwasserschäden helfen konnte.
Die Kirche von Schnaditz ist ein verputzter Backsteinbau, der in seiner heutigen Form 1714 -1717 entstand. Der Kirchensaal hat den Grundriss des dreiarmigen Antoniuskreuzes, in den querschiffartigen Erweiterungen sind die Sakristei und die Kirchstube untergebracht. Bereits 1686 erhielt die damalige Kirche anstelle eines vermutlich in Fachwerkbauweise errichteten Kirchturms den heutigen Turm in seinen barocken Formen. Das achteckige Obergeschoss wird von einem geschieferten Dach mit einer Laterne bekrönt.
Aus der Zeit der barocken Umgestaltung stammt auch das Innere der Kirche mit einer reich verzierten Patronatsloge im Westen und dem Kanzelaltar von 1717. Zur prächtigen Innenausstattung zählen auch eine Vielzahl von Epitaphien. Unter den Grabmalen der Familie von Zaschnitz findet sich auch das des Gunther von Zaschnitz. Als Verursacher der "Kohlhaasischen Händel" ging er durch Heinrich von Kleist in die Weltliteratur ein: als Bösewicht, der dem Händler Michael Kohlhaas die Pferde raubt.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat die Instandsetzungsarbeiten der Kirche seit 1996 gefördert. Die Arbeiten waren gerade abgeschlossen und das Inventar im restaurierten Innenraum wieder aufgestellt, als im Sommer 2002 die Mulde über ihre Ufer trat. Durch das Hochwasser im Sommer 2002 entstanden erhebliche Schäden am gesamten Innenraum, insbesondere an den Epitaphien und dem Kanzelaltar. Dank der Hochwasserspenden konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz für die erneuten Restaurierungsarbeiten weitere 35.000 Euro zur Verfügung stellen. Außer Schnaditz erhielten allein im Landkreis Delitzsch vier weitere Kirchen auf diese Weise zusätzliche Hilfe bei der Beseitigung der Hochwasserschäden: Lausig-Gruna, Doberschütz-Mörtitz, Eilenburg und Niederglaucha.
Seit ihrer Gründung 1985 hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bundesweit aus Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale bisher über 400 Millionen Euro für mehr als 3.200 Denkmale zur Verfügung stellen können.
Schnaditz, den 7. Dezember 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

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