Hochofenbau wird Museum

Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert in Sigmaringendorf: Am 9. Oktober 2007 überbringt Dr. Gerold Jaeger, Ortskurator Tübingen-Rottenburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz um 14.00 Uhr einen Fördervertrag über 125.000 Euro an Dr. Horst Michael Holzbaur von der Zollern GmbH in Sigmaringendorf-Lauchenthal.
Die Mittel wurden durch die Lotterie GlücksSpirale erspielt, deren Destinatär die Deutsche Stiftung Denkmalschutz seit 1991 ist. Die Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg wird von ihrem Geschäftsführer, Dr. Friedhelm Repnik, vertreten. Nach der dringend notwendigen statischen Sicherung und Instandsetzung soll das Hochofengebäude zukünftig museal genutzt werden.

Das Lauchertal hatte aufgrund des Bohnerzvorkommens in der Gegend sowie der Verfügbarkeit von Holzkohle, Kalk und Wasser bereits eine gewisse Tradition der Eisengewinnung in einfachen "Rennfeuern", als Fürst Meinrad II. von Hohenzollern-Sigmaringen 1707 mit dem Bau einer Eisenschmelze mit Hammerschmiede den Grundstein für das "Fürstlich Hohenzollernsche Hüttenwerk Laucherthal" legte.

Das Hochofengebäude mit Holzkohlehochofen entstammt dieser Gründungsphase 1707/08. Nach Um- und Anbauten in der Mitte des 19. Jahrhunderts zur Steigerung des Ertrages aber auch zur Verringerung des Verbrauchs an Holzkohle präsentiert sich das Gebäude heute als zweigeschossiger Bau mit Kalkstein-Unter- und Fachwerk-Obergeschoss. Das Zeltdach ist mit Gauben versehen und wird von einem Glockenturm abgeschlossen, der 1828/29 aufgebracht wurde. Der Hochofen war bis zum 3. Mai 1879 in Betrieb, als er endgültig ausgeblasen wurde. Der äußerlich im Wesentlichen und in der Techniksubstanz in wichtigen Teilen erhaltene Hochofen zählt zu den wenigen erhaltenen Anlagen dieser Art in ganz Deutschland.

Nachdem das jahrzehntelang ungenutzte Gebäude 1992 eine neue Dachdeckung erhielt und die Fassaden instandgesetzt wurden, soll nun zum Firmenjubiläum der Zollern Werke 2008 eine grundlegende Sanierung des Gebäudes und des Hochofens erfolgen, um in der Anlage die Geschichte der Verhüttung museal darstellen zu können.

Das traditionsreiche Zollern-Werk ist damit eines von 120 Projekten, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale und privaten Spenden bisher allein in Baden-Württemberg fördern konnte.

Bonn, den 5. Oktober 2007 /Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

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