Der heutige Ortsteil Kleinrettbach wurde erstmals zwischen 775 und 802 in einer Urkunde Karl des Großen als Schenkung an das Kloster Hersfeld erwähnt. Ähnlich wie in Gamstädt hat auch hier die Landwirtschaft die Entwicklung des Dorfes wesentlich geprägt. Mehrere Feuersbrünste, so in den Jahren 1601 und 1772, sind über die Jahrhunderte belegt.
Zu den urkundlich belegten Dorfherren zählten neben den Landgrafen von Thüringen und den Herzögen von Sachsen zeitweise auch die Grafen von Gleichen. Auch Erfurter Kirchen und Klöster hatten hier Besitzungen.
Die Pfarrkirche St. Severi in Kleinrettbach stammt im Kern noch aus der Spätgotik. Der Bruchsteinbau ist eine Saalkirche mit einem dreiseitigen Chorabschluss im Osten und einem eingezogenen Westturm mit Laterne. Im Erdgeschoss des Turmes findet sich über einer vermauerten Tür noch die Jahreszahl 1580, die einen Hinweis auf die Baugeschichte gibt
1734/35 wurde die Kirche unter der Leitung des gothaischen Baumeisters Johann Erhard Straßburger (1675-1754) umgebaut. Dabei wurde insbesondere das Innere einheitlich umgestaltet. Der lichte Innenraum erhielt eine flache verputzte Holztonne, eine schlichte zweigeschossige Empore sowie einen Kanzelaltar mit Figuren von Mose und Christus.
Durch die undichte Dachdeckung mit Asbestplatten und eine Betonschale im Sockelbereich sind bereits erhebliche Schäden entstanden. Über alle Geschosse gehende Mauerwerksrisse führen zu akuten statischen Gefährdungen. Die Mauerkrone driftet auseinander, und durch die Nässe ist es sowohl zu Befall mit echtem Hausschwamm als auch zu starken Steinschäden gekommen. Nun soll in einem ersten Bauabschnitt die Mauerwerkssanierung beginnen, für die die Gemeinde Hilfe durch die Städtebauförderung, die Oetker-Stiftung und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz erhält.
Damit ist St. Severi in Kleinrettbach eines von über 370 Projekten, die die private Bonner Denkmalschutz Stiftung allein in Thüringen dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale fördern konnte. Bundesweit stellte sie mehr als 390 Millionen Euro für über 3.200 Förderprojekte zur Verfügung.
Bonn, den 31. Oktober 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

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