15.000 Euro stellt die Stiftung für die denkmalgerechte Instandsetzung der Fenster im sogenannten Krummen Bau zur Verfügung, nachdem 2000 bereits 30.000 Euro für die Dacharbeiten geflossen waren.
Die im Kern staufische Höhenburganlage wurde 1230 - 1240 von den Herren von Erbach auf einem zum Gersprenztal steil abfallendem Bergkegel über dem Odenwalddorf Reichelsheim als Burg Reichenburg errichtet. Die Kernanlage besaß einen halbkreisförmigen, ovalen Grundriss. An der gebogenen Seite befand sich die heute noch in Resten erhaltene Schildmauer, an deren Innenseite 1554 in Erweiterung des mittelalterlichen Palas ein dreigeschossiger Wohnbau entstand. Wegen seines unregelmäßigen Grundrisses bürgerte sich schnell die Bezeichnung "Krummer Bau" für das Gebäude ein. Er nimmt Teile der staufischen Schildmauer und des Bergfrieds des 13. Jahrhunderts auf.
Aus den Jahren 1557 und 1567 stammen die Reste des ehemaligen Küchenbaues und ein Ziehbrunnen. An der Südseite ist etwas tiefer die Vorburg angelegt. Hier dominiert das Erbachsche Amtshaus, ein Winkelbau aus dem Jahr 1720. Neben dem Burgtor liegt die Burgkapelle, die um 1400 entstand und einen dreiseitig geschlossenen Chor von 1450 mit spätgotischem Rippengewölbe besitzt.
1979 erwarb die ökumenische Kommunität Offensive Junger Christen (OJC) Schloss Reichenberg, die es zu einer internationalen Begegnungs- und Tagungsstätte mit Schlosscafé umbaute. Nachdem die Instandsetzung der Außenhaut des Krummen Baus und die Wiederherstellung des Daches abgeschlossen sind, steht nun die denkmalgerechte Instandsetzung der Fenster im sogenannten Rittersaal und des Gewölbekellers an.
Schloss Reichenberg ist eines von 75 Förderprojekten allein in Hessen, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz aus privaten Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale fördern konnte. Bundesweit konnte die private Denkmalschutz-Stiftung bisher über 390 Millionen Euro für mehr als 3.200 bedrohte Denkmale zur Verfügung stellen.
Seit 1999 wird die Deutsche Stiftung Denkmalschutz im Odenwaldkreis von Sigrid Volk als ehrenamtliche Ortskuratorin in Pfungstadt unterstützt.
Bonn, den 30. Mai 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Pressemitteilung

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