Glocken läuten wieder in Zerbst

Einweihung des neuen Geläutes der Nicolaikirche: Am Samstag, dem 1. September 2007 erklingt von der Nicolaikirche in Zerbst im Landkreis Anhalt-Zerbst um 13.00 Uhr erstmals das wiederhergestellte historische Glockengeläut.
Damit sind die Bemühungen des Förderkreises St. Nicolai Zerbst unter dem Vorsitz von Walter Tharan, die im Krieg schwer zerstörte Kirche wieder in das Bewusstsein der Menschen zu bringen, einen wichtigen und weithin hörbaren Schritt vorangekommen. Der Verein wurde dabei auch unterstützt durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die seit 1991 fast 430.000 Euro für die Sicherung der Ruine sowie der Türme von St. Nicolai zur Verfügung stellte.

1007 als befestigte Siedlung urkundlich erwähnt, wurde Zerbst 1207 erstmals als Stadt genannt. 1603 bis 1793 war Zerbst Residenzstadt des Fürstentums Anhalt-Zerbst.

Die dreischiffige gotische Hallenkirche St. Nicolai war die Ratskirche der Stadt und gilt als ein wichtiges Werk der Parler-Schule. Der mächtige Bau, eine der größten Hallenkirchen Mitteldeutschlands entstand vermutlich 1524/25 unter dem Einfluss Conrads von Einbeck. 1578 wurde die Kirche die erste Ordinariatskirche der Anhaltinischen Landeskirche. Lange Zeit sowohl von den Lutheranern als auch von den Reformierten genutzt, übernahmen die Reformierten die Kirche 1642 allein und errichteten für 12.000 Taler eine neue lutherische Kirche. Das historische Glockengeläut mit vier nunmehr restaurierten und einer nachgegossenen Glocke zählt zu den bedeutendsten Glockenensembles Deutschlands.

Im April 1945 wurde die Kirche mit rund 80 Prozent der ehemals pittoresken Stadt Zerbst fast vollständig zerstört. Bereits zum Abbruch freigegeben, konnte der Abriss durch Privatleute, Pfarrer und Denkmalpfleger vor Ort zwar verhindert werden, die Ruine verfiel jedoch zunehmend. Nach der Wende konnte auf Betreiben des rührigen Fördervereins und engagierter Zerbster Bürger durch erste Notsicherungsmaßnahmen die Ruine erhalten werden. Heute wird die Ruine für Konzerte und kulturelle Veranstaltungen - wie den Zerbster Weihnachtsmarkt - genutzt. Viele Gäste besuchen die Aussichtsplattform zwischen den Türmen.

St. Nicolai ist eines von 450 Förderprojekten der privaten Bonner Denkmalschutz-Stiftung, die sie seit 1991 allein in Sachsen-Anhalt dank privater Spenden und Mitteln der Fernseh-Lotterie GlücksSpirale fördern konnte.

Bonn, den 27. August 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

Glocken läuten wieder in Zerbst
Im Romoe Restauratoren Netzwerk finden Sie Fach- und Sachinformationen zu Restaurierung und Konservierung von Restauratoren und Ihren Restaurierungsprojekten. Weiterhin erhalten Sie Infos zu den Themen Berufsbild Restaurator, über Produkte und Handel im Bereich Restaurierungsbedarf und Restauratorenbedarf.