Umrahmt wird der Festakt von barocken Darbietungen der Bläser der Weißenfelser Stadtmusikanten, der Hofsängerin Doreen Busch, dem Tanzensemble Faux Pas sowie den Gardisten des Infanterieregiments Sachsen-Weißenfels 1704-1746. Nachdem bereits seit Dezember 2006 der aufwändig restaurierte Festsaal wieder eine Attraktion der Stadtführungen ist, steht nun der bedeutende Barockbau für kulturelle Zwecke und standesamtliche Trauungen offen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wird durch ihren Ortskurator von Weimar/Weimar Land, Professor Dr. Heinz Schwarzbach vertreten.
Das Fürstenhaus in Weißenfels diente vermutlich als dienstlicher Wohnsitz für hochgestellte Hofbeamte. Nach 1751 war darin eine Seidenmanufaktur untergebracht, später wurde es als Wohn- und Geschäftshaus genutzt. Obwohl das Gebäude erst unter Christoph Pitzler zur Ausführung kam, ist die Urheberschaft des Entwurfs eher Johann Moritz Richter dem Jüngeren zuzuschreiben, der auch das Weißenfelser Schloss errichtete. Die dreiflügelige Anlage mit der repräsentativ gestalteten Fassade mit ionischen Doppelpilastern, verkröpften Gesimsen und einem erkerartigen Mittelrisalit gilt als einer der bedeutendsten Barockbauten des Landes.
Im Innern befinden sich reich gegliederte und ornamentierte Stuckaturen. Bedeutend ist die Neun-Felder-Decke im Mittelsaal des ersten Obergeschosses, dem so genannten Festsaal, die nach dem Vorbild der Decke im Banqueting House des Londoner Whitehall-Palace um 1680 ausgeführt wurde. Zentrum ist eine gemalte Darstellung des Herkules als Gebieter über Krieg und Frieden, in den übrigen Feldern sind die vier Jahreszeiten und die vier Elemente dargestellt. Die sehr plastischen floralen und ornamentalen Stuckarbeiten der Decke und der Wandgliederung stammen vermutlich von Giovanni Caroveri. Die übrigen Stuckarbeiten in den Nebenzimmern datieren vermutlich aus der Zeit um 1700/1710 und werden dem Umfeld der Familie Castelli zugeschrieben.
Das Gebäude war ab 1992 unbewohnt und über Jahre dem Verfall preisgegeben. Der desolate Zustand des bedeutenden Denkmalensembles hatte weithin zu Protesten geführt, bis sich die Kommune der Aufgabe stellte und 2004 mit der Restaurierung begann. Dabei wurde sie sowohl von der Europäischen Union, dem Landkreis und der Städtebauförderung wie auch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unterstützt, die seit 2004 allein 300.000 Euro zur Verfügung stellte. Damit ist das Fürstenhaus eines von 450 Förderprojekten der Bonner Stiftung, das aus privaten Spenden und aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale allein in Sachsen Anhalt finanzielle Hilfe erhalten hat. Bundesweit konnte die Stiftung seit ihrer Gründung 1985 bereits über 3.200 bedrohte Baudenkmale mit mehr als 370 Millionen Euro retten helfen.
Bonn, den 24. August 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

Im
Romoe Restauratoren Netzwerk finden Sie Fach- und Sachinformationen zu
Restaurierung und
Konservierung von Restauratoren und Ihren Restaurierungsprojekten. Weiterhin erhalten Sie Infos zu den Themen Berufsbild Restaurator, über Produkte und Handel im Bereich
Restaurierungsbedarf und Restauratorenbedarf.