Die im 19. Jahrhundert nach dem Vorbild der St. Chapelle in Paris erbaute ehemalige Krankenhauskapelle wurde 1882 transloziert. Sie ist auch ein Beispiel des frühen Denkmalschutzes durch die Übernahme in Privatbesitz. Heute wird die Kapelle von den barmherzigen Schwestern des Heiligen Carl Borromäus genutzt.
Die neogotische Kapelle St. Joseph ist eine bescheidene Nachbildung der Sainte Chapelle in Paris, die in der Mitte des 13. Jahrhunderts als Palastkapelle der französischen Könige entstand. 1864 nach den Entwürfen von Carl Friedrich Müller erbaut, diente die Nachbildung in Wallerfangen dem dortigen Schwestern- und Krankenhaus zum Gottesdienst.
Durch den Umbau und die Verlegung des Krankenhauses ging der Kapelle ihre Nutzung verloren. Eugen von Boch erstand den Bau, ließ die Kapelle 1879 abbauen und 1882 über der Familiengruft der Familie von Boch im Klostergarten von Mettlach wieder errichten.
Die Wände der turmlosen Kapelle sind durch doppelbahnige Spitzbogenfenster mit Sechspässen fast vollständig geöffnet. Die Außenfassaden gliedern die hoch aufragenden Strebepfeiler. Den Dachansatz verschleiert eine Maßwerkgalerie, die zwischen die Strebpfeiler bekrönenden Fialen gespannt ist. Der hohe, fünfachsige Saal ist aufwendig in neugotischen Formen gestaltet und auch im Inneren repräsentativ ausgestattet. Eine Besonderheit, die die Geschichte vom Ursprung des Bauwerks und den Hintergrund seines Eigentümer besonders dokumentiert, ist die Tatsache, dass Figuren und Zierelemente der Fassade aus Steinzeugterrakotta hergestellt sind.
Die St. Joseph-Kapelle ist damit eines von bisher 25 Projekten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die sie dank privater Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale bisher allein im Saarland fördern konnte. Bundesweit konnte sie bisher über 3.200 Denkmale mit mehr als 390 Millionen Euro unterstützten. Seit 2001 wird die Deutsche Stiftung Denkmalschutz im Saarland von einem ehrenamtlichen Ortskuratorium unter der Leitung von Dr. Ulrich Bollert unterstützt.
Bonn, den 03. Dezember 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

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