Günter Kozlowski, Staatssekretär im Ministerium für Bauen und Verkehr und Paul Larue, Bürgermeister der Stadt Düren sprechen bei dem Festakt um 14.30 Uhr ebenso wie Michael Rau vom Architekturbüro GLASHAUS PSG und Thomas Busch, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) wird durch ihren Ortskurator Jülicher Land-Euregio, Roland Tauber, vertreten. Die musikalische Umrahmung des Festaktes übernehmen der Kinderchor der Paul Gerhard Schule Düren sowie das Barockensemble der Musikschule Otto. Mit der Eröffnung sind die seit 2002 laufenden Umbauten der denkmalgeschützten Anlage zu einem Zentrum für Kultur, Gewerbe, Dienstleistungen und Stadtteilaktivitäten abgeschlossen, die vom Landesministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport über die Programme "Soziale Stadt NRW" und "Initiative ergreifen" gefördert wurden.
Neben teilweise schon genutzten attraktiven Büros und Ateliers haben in dem ehemaligen Fabrikgebäude Begegnungsräume für Kultur und Sport sowie ein Clubkeller Platz gefunden. An der Instandsetzung des ehemaligen Dampfkesselhauses, an der sich auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligte, wurde ein industriehistorisches Dokumentationszentrum eingerichtet.
Düren war Jahrhunderte lang von der papierverarbeitenden und
-herstellenden Industrie geprägt. 1898 entstand im Osten der Stadt die Firma Becker & Funck, die Briefpapier, -bögen und Grußkarten herstellte. Die aus Ziegelmauerwerk errichtete Anlage bestand aus den Betriebsbereichen Rohstofflager, Produktion mit Druckerei, Buchbinderei, Goldschnittwerkstatt, Trauerränderei, Prägerei, Schneidemaschinen, Kartonage, Kuvertmaschinen, dem Fertigproduktlager, der Packerei, der Betriebsschlosserei, der Schreinerei für Transportkisten und der Leimküche.
Das Kernstück der Anlage bildet die eingeschossige Halle, die durch drei Eingänge erschlossen wird und hohe Stahlsprossenfenster besitzt. Je zwei Fenster werden durch Lisenen flankiert, von einem mehrfach profilierten Traufgesims abgeschlossen und von gestelzten kleinen Spitzgiebeln mit gläsernen Satteldächern bekrönt. Die Dächer lagern auf Stahlträgern auf. Ein für die Strom- und Heizungsversorgung zentrales Gebäude verkörpert das Dampfkesselhaus. Auch diesen eingeschossigen Backsteinbau gliedern Stichbogenfenster mit Stahlsprossen. Besonders markant ist der 30 Meter hohe angebaute Kamin, der das Symbol der Gesamtanlage darstellt. Im Inneren ist das Maschinenhaus in den Eingangs-, den Kessel-, den Maschinen- und den Kaminbereich untergliedert. Der Kessel und die Kohlendampfmaschine, die einen Generator über einen Treibriemen antreibt, sind original erhalten. Durch undichte Dächer ist es zu einer Schädigung der Dachkonstruktion gekommen, das Mauerwerk ist verschmutzt und die Fugen ausgewaschen. Fenster und Türen sind undicht.
Die Papierfabrik gehört zu den inzwischen über 190 Förderprojekten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz allein in Nordrhein-Westfalen, die sie aus privaten Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale unterstützen konnte.
Bonn, den 23. November 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

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