Eröffnung des Lutherhauses in Eisleben

Arbeiten an Luthers Geburtshaus abgeschlossen: Mit der Eröffnung des neuen Luthergeburtshaus-Ensembles am 9. März 2007 finden in Lutherstadt Eisleben die Instandsetzungsarbeiten an einem der bedeutendsten Denkmale der Stadt ihren Abschluss.
Professor Dr. Jan-Hendrik Olbertz, Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Sigrid Bias-Engel vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und Bürgermeisterin Jutta Fischer sprechen Grußworte beim Festakt um 18.00 Uhr in der Kirche St. Peter und Paul, bevor der Spielmannszug SV Rot-Weiß Großörner die Gäste zum Luthergeburtshaus-Ensemble begleitet.

Das Gebäude, in dem 1483 Martin Luther geboren wurde, war bereits im 16. Jahrhundert entsprechend gekennzeichnet. Im 19. Jahrhundert wurde es endgültig Gedenkstätte und Museum, in dem der Herkunft und Jugend Luthers gedacht wurde. In den durch den Kupferbergbau prosperierenden Ort Eisleben zog es 1483 auch Hans Luder und Ehefrau Margaretha. Ihr Sohn Martin wurde hier am 10. November 1483 geboren und am Tag darauf in der Kirche St. Petri und Pauli getauft. Das Wohn- und Geburtshaus, Mitte des 15. Jahrhunderts erbaut, ist ein zweigeschossiger, mehrfach umgestalteter Bau mit massivem Erdgeschoss. Das Fachwerkobergeschoss ist zur Straße hin verputzt. Bis heute ist die ursprüngliche Raumaufteilung mit der großen Halle, dem Wohnraum und Küche mit Rauchfang im Erdgeschoss erhalten, während das Obergeschoss 1689 durch einen Brand vernichtet wurde. Die Stadt ließ das Ge-bäude 1693 wieder errichten und danach als Armenschule und Gedenkstätte nutzen. Das Brustbild Martin Luthers mit Wappen über dem Portal der Straßenseite stammt aus dieser Zeit.

Mit der 1693 eingerichteten ersten Gedenkstätte ist es eine der ältesten Einrichtungen dieser Art im deutschsprachigen Raum überhaupt. Zum Museum mit sakralen Exponaten, die die Frömmigkeit der Lutherzeit widerspiegeln, wurde das Gebäude nach einer erneuten Restaurierung 1815-19. Kostbarstes Stück ist sicher eine deutschsprachige Bibel aus dem Geburtsjahr des Reformators. Auf Anregung Friedrich August Stülers erfolgte 1864-67 die Rekonstruktion des Erscheinungsbildes aus dem späten 17. Jahrhundert. Die Hofseite wurde im Erdgeschoss von einer steinernen Doppelarkade durchbrochen und ist mit einem Sitznischenportal geschmückt, das Fachwerkobergeschoss durch einen nachträglich geschlossenen Laubengang strukturiert. Im Innern des auch heute noch als Museum genutzten Gebäudes befinden sich schlichte barocke Balkendecken.

Die umfangreichen Restaurierungs- und Ergänzungsarbeiten an Luthers Geburtshaus in Eisleben wurden von der Europäischen Union, dem Bund, dem Land, der Ostdeutschen Sparkassen Stiftung und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert. Damit ist das Luthergeburtshaus eines von über 3.200 Denkmalen bundesweit, die sie dank privater Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale unterstützen konnte. In der Lutherstadt Eisleben ist sie neben dem Lutherhaus auch an der Sanierung der Kirchen St. Nikolai, St. Annen sowie St. Peter und Paul beteiligt.

Bonn, den 6. März 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Pressemitteilung

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