Erneute Hilfe für Soester Wiesenkirche

Ortskurator übergibt Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz: Einen Fördervertrag über 245.000 Euro für die Wiesenkirche in Soest übergibt am 23. August 2007 um 10.00 Uhr Wolf Köster, Ortskurator Paderborn der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, in der Bauhütte (Walburger Straße 56) an Pfarrer Hendrik Mattenklodt von der Evangelischen Kirchengemeinde.
Es handelt sich bereits um den dritten Fördervertrag, mit dem die Bonner Denkmalschutz-Stiftung sich an der Mauerwerkssanierung der Nord- und Südtürme beteiligt. 2005 und 2006 konnten bereits 445.00 Euro Stiftungsmittel verbaut werden.

An der Stelle einer kleineren Anlage aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts begann vermutlich 1313 der Bau der jetzigen gotischen Hallenkirche. Der das Stadtbild von Soest dominierende Kirchenbau steht unter dem Patrozinium der Gottesmutter. 1421 wurde durch den Baumeister Johannes Verlarch der Westbau mit dem Nordturm begonnen. 1529/30 schloss Baumeister Porphyrius von Neuenkirchen die Arbeiten vorläufig ab. 1846 bis 1882 erfolgten sowohl die ersten Instandsetzungsmaßnahmen als auch die endgültige Vollendung der Kirche, bei der die Türme der Westfront nach dem Entwurf des Geheimen Oberbaurates August Soller 1874/75 ausgeführt wurden. Die achteckigen, zweigeschossigen Aufsätze mit durchbrochenen Helmen orientieren sich am Freiburger Münster.
Auf zentralisierendem Grundriss erhebt sich die dreijochige Halle. Während im Westen quadratische Turmjoche die Langhausschiffe abschließen, ist dem Schiff nach Osten ein polygonaler Chor mit Seitenapsiden vorgelagert. Im Winkel zwischen Haupt- und Südchor ist die Sakristei angebaut. Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Halle starke Bombenschäden und wurde bis 1950 wiederhergestellt.
Die schmucklosen, glatten Fassaden der Kirche sind aus heimischem Grünsandstein errichtet. Eine umlaufende Maßwerkgalerie, schmale Strebepfeiler mit Maßwerkfialen, mehrbahnige Maßwerkfenster mit Drei- und Vierpässen, Fischblasen- und Flamboyantmaßwerk sowie mehrere Portale schmücken die Fassaden.

Das Innere prägen schlanke Pfeiler, die ohne Kämpfer in die spitzbogigen Gurte und Kreuzrippen der Gewölbe übergehen. Bemerkenswert sind die fünf farbig bemalten Glasfenster aus der Zeit um 1350 sowie überaus qualitätsvolle Altäre und Tafelbilder aus dem 14. und 16. Jahrhundert.

Durch Schäden am Grünsandsteinmauerwerk waren die Türme statisch gefährdet. Durch die marode Schieferdeckung des Chordaches drang Nässe ein und hatte den Dachstuhl bereits stark angegriffen, so dass auch hier bereits statische Gefährdungen auftraten. Nach der Dachsanierung 2005 und 2006, an der sich auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits mit 445.000 Euro beteiligte, erfolgt nun die Sanierung des Mauerwerks an den Nord- und Südtürmen.

Die Wiesenkirche ist damit eines von über 200 Förderprojekten allein in Nordrhein-Westfalen, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale und durch private Spenden fördern konnte. Insgesamt förderte die Stiftung seit ihrer Gründung 1985 bundesweit Maßnahmen an über 3.200 bedrohten Denkmalen mit mehr als 390 Millionen Euro.

Bonn, den 20. August 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

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