Den Fördervertrag überbringt am 19. März 2007 um 11.00 Uhr Roland Tauber, Ortskurator Jülicher Land der Deutschen Stiftung Denkmalschutz an Dompropst Dr. Herbert Hammans und Dombaumeister Dipl.-Ing. Helmut Maintz. Bereits 2001 und 2002 stellte die in Bonn ansässige private Stiftung fast 280.000 Euro für Arbeiten an "Dach & Fach" des Domes, sowie am sogenannten "Kleinen Drachenloch", dem Eingangsportal zum Kreuzgang, zur Verfügung. Nun geht es um die Arbeiten im Inneren, insbesondere die Reinigung und Konservierung der Mosaik- und Marmorflächen im karolingischen Zentralbau.
Herzstück und Wahrzeichen von Aachen ist die Marienkirche Karls des Großen, der heutige Aachener Dom. Am Aachener Dom wird deutlich, was die UNESCO Konvention zum Schutz des Welterbes meint, wenn sie von einem Denkmal "außergewöhnliche und weltweite Bedeutung" verlangt. Diese seit 1978 auf Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgeführte Kirche gehört zu den besterhaltenen Baudenkmäler der Karolingerzeit und zu einem der bedeutendsten Kulturdenkmäler Europas.
Der Aachener Dom verdankt seine großartige geschichtliche Bedeutung auch der Tatsache, dass er neben der Begräbnisstätte für Kaiser Karl den Großen (+814) und Krönungsort für über 30 deutsch römische Könige im Mittelalter zu einem der wichtigen Wallfahrtsorte der Christenheit aufstieg. Ein "neues Rom" wollte Kaiser Karl schaffen, als um 786 mit dem Bau seiner Pfalzkapelle in Aachen begann. Unter seiner Herrschaft wurde Aachen zum Mittelpunkt seines europäischen Reiches, zum Ausgangspunkt neuer Staatsordnungen und Reformen. Selbst heute steht der Aachener Dom für die kulturelle und politische Einheit Europas.
Die Marienkirche, mit ihrem achteckigen Zentralbau, dem Oktogon, wurde um das Jahr 800 fertig gestellt. Zu ihrer Zeit war sie der größte kuppelüberwölbte Bau nördlich der Alpen. Noch heute beeindruckt der karolingische Kernbau durch seine kühne Architektur und seine kostbare Ausstattung. Im Laufe des Mittelalters wurden dem Oktogon weitere Bauelemente wie die gotische Chorhalle und weitere Kapellen hinzugefügt. Noch Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Ensemble mit dem Aufbau des Westturms erweitert. So erhielt der Aachener Dom seine heutige Gestalt im Verlauf einer mehr als 1200jährigen Geschichte.
Seine Bedeutung als wichtiger Wallfahrtsort stellt Aachen noch heute alle sieben Jahre eindrucksvoll unter Beweis: So werden sich vom 1.-10. Juni 2007 wieder Tausende von Pilgern zur "Aachenfahrt" aufmachen und zum Gnadenbild "Unsere liebe Frau von Aachen", den Gebeinen Karls des Großen und den im Marienschrein aufbewahrten Heiligtümern pilgern.
Der Aachener Dom ist eines von über 190 Förderprojekten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz allein in NRW. Aus privaten Spenden und Mitteln der Lotterie Glücks-Spirale konnte die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz bundesweit bisher über 3.200 bedrohte Denkmale mit mehr als 390 Millionen Euro unterstützen. Seit November 2002 wird die Stiftung im Raum Jülich von einem ehrenamtlichen Ortskuratorium unter der Leitung von Roland Tauber unterstützt.
Bonn, den 16. März 2007/Schi
Pressemitteilung, Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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