Anlässlich eines Ortstermins mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe überreichen am 8. August Dr. Eckhard Wegner, Gebietsreferent der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie Ernst Greve und Erich Engelke vom Ortskuratorium Koblenz/Mittelrhein der Deutsche Stiftung Denkmalschutz um 10.00 Uhr einen Fördervertrag für die Restaurierungsarbeiten an der Kirche in Wiesbaum-Mirbach an Oberbürgermeister Jakob Blum. Dadurch stehen 80.000 Euro für die Fassaden- und Dachsanierung an der als "Eifeldom" bekannten Erlöserkirche im Landkreis Daun zur Verfügung.
Die Erlöserkirche wurde von 1902-1903 auf Initiative von Ernst Freiherr von Mirbach, dem Oberhofmeister von Kaiser Wilhelm II. und Kaiserin Augusta Viktoria erbaut. In neoromanischer Formensprache entstand nach den Plänen des Berliner Kirchenbaumeisters Max von Spitta ein Familiendenkmal. Nach Spittas Tod übernahm Baurat Franz Schwechten, der Erbauter der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin, die Leitung der inneren Ausstattung. Die kleine Familienkirche in Mirbach diente Kaiser Wilhelm II. als Vorbild für die auf seine Initiative hin 1911-13 erbaute Erlöserkirche in Gerolstein. Beide Kirchenbauten gelten als Musterbeispiele für den von Wilhelm II. geförderten protestantischen Kirchenbau im Neo-Staufischen Stil in der damaligen Rheinprovinz.
Der Saalbau aus Ziegeln, mit Tuff verkleidet, wird von einem achteckigen, giebelbekrönten Vierungsturm abgeschlossen. Die Sakristei und die Familienkapelle sind in querhausartigen Anbauten untergebracht. Im Inneren sind neben dem Kirchengestühl, dem Fußboden, den hölzernen Wandverkleidungen, den Beichtstühlen, den Farbglasfenstern und den Bildhauerarbeiten vor allem die prächtigen Mosaike hervorzuheben, mit denen der gesamte kreuzgratgewölbte Innenraum geschmückt ist.
Durch witterungsbedingte Schäden an Stein- und Mörtelfugen, korrodierte Blechverwahrungen und Schädlingsbefall an der Dachkonstruktion muss der Kirchenbau dringend saniert werden. Insbesondere durch die Verwitterung der Tuffsteinverblendung und durch die Auswaschungen der Fugen dringt Wasser in das Mauerwerk ein. Dadurch sind mittelfristig auch die Mosaike im Inneren in der Substanz gefährdet. In einem ersten Bauabschnitt sollen daher nun die Fassadensanierung sowie die Zimmermannsarbeiten am Dachstuhl erfolgen. Dafür stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz nun 80.000 Euro zur Verfügung. Weitere Unterstützung erhält die Gemeinde vom Bistum Trier und vom Land.
Die Erlöserkirche in Wiesbaum-Mirbach zählt zu den inzwischen über 200 Förderprojekten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz allein in Rheinland-Pfalz. Aus privaten Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale konnte die private Bonner Denkmalschutz-Stiftung bundesweit bisher über 3.200 bedrohte Denkmale mit mehr als 390 Millionen Euro unterstützen.
Bonn, den 8. August 2007/Schi

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