Damit stehen von der DSD, wie bereits 2005, weitere 10.000 Euro für die Vervollständigung der Ölmühleneinrichtung zur Verfügung.
Die Mühle steht an einem alten Mühlenstandort und wurde als vierflügelige Anlage im 19. Jahrhundert als Wassermühle erbaut. Das zweigeschossige Wohngebäude stammt aus dem Jahr 1848 und steht vermutlich auf den Fundamenten eines Vorgängerbaues. Die Türgewände und Fensterbänke sind aus ortstypischem Blaustein gefertigt. Mühlenrad und -baum sind noch erhalten. Der in Backstein und Fachwerk errichtete Wirtschaftsflügelhof stammt aus dem Jahr 1856.
Da Wegberg mehrere Jahrhunderte ein Zentrum der Leinenfabrikation war, errichtete man hier mehrere Ölmühlen mit spezieller Technik, die aus dem Flachsamen Leinsamenöl gewannen. Die Schrofmühle hat zwei Werke aus dem Jahr 1771, die nach Bedarf für Mehl oder Öl verwendet werden. Der Antrieb erfolgt über den Mühlteich durch ein unterschlächtiges, hölzernes Wasserrad mit Holzverbindungen, ein sogenanntes Strauber-Mühlrad, das eines von zwei erhaltenen am Niederrhein verkörpert.
Im Inneren der Mühle befindet noch das hölzerne Getriebe. Die Schrofmühle verkörpert die letzte dieser Art Wassermühlen, die sich noch in betriebsfähigem Zustand befindet. Sie wird daher auch vom Landesamt für Denkmalpflege als von besonderer ortskundlicher und technischer Bedeutung bewertet. Die verfaulten, nicht mehr kraftschlüssigen Holzverbindungen des Mühlrades sowie dessen verschlissene Schaufeln und Speichen mussten erneuert werden. Der nur noch eingeschränkt funktionstüchtige Mahlgang, die wasserdurchlässige Hoftür und die maroden Blendläden wurden bereits in den vergangenen zwei Jahren ebenso überarbeit wie der alte Kollergang, in dem die ölhaltigen Samen - Lein oder Raps - zwischen zwei schweren Blausteinrädern gequetscht wurden. Die Ölpresse wurde mit dem noch vorhandenen Nockenwellenantrieb am alten Standort neu aufgebaut. Nun soll durch den Einbau eines Ofens mit Rührwerk, auf dem die Quetschmasse zur Erhöhung des Wirkungsgrads in der Presse auf etwa 40° erwärmt wurde, die Ölmühleneinrichtung wieder vervollständigt werden.
Die Schrofmühle ist eine der letzten Wassermühlen, mit denen sowohl Öl als auch Mehl gemahlen werden kann, die sich noch in betriebsfähigem Zustand befindet. Nun ist sie auch eines von rund 200 Förderprojekten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz allein in NRW. Aus privaten Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bundesweit bisher über 3.200 bedrohte Denkmale mit mehr als 390 Millionen Euro unterstützen.
Bonn, den 13. August 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

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