Gerhard Eichhorn, Geschäftsführer der privaten Bonner Denkmalschutz-Stiftung, überreicht Plakette und Fördervertrag anlässlich einer Projektbereisung mit Ursula Thomas, der Leiterin der Projektabteilung der Stiftung und Ute Willinger, der Projektarchitektin sowie Ernst Greve, Ortskurator der Stiftung in Koblenz.
Pastor Herbert Ritterrath von der Katholischen Kirchengemeinde St. Mauritius konnte bereits 2006 einen ersten Fördervertrag über 75.000 entgegennehmen, der die statische Sicherung der damals einsturzgefährdeten Kirche unterstützte. Die katholische Pfarrkirche St. Mauritius in Heimersheim, eine gewölbte Emporenbasilika mit Querhaus und einem Vierungsturm, entstand im dritten Viertel des 13. Jahrhunderts.
Der achteckige Vierungsturm wird von Dreiecksgiebeln bekrönt. Bei dem innen wie außen reich mit Blendbögen, Lisenen, Diensten und Kapitellen gegliederten Bau sind vor allem die bauzeitlichen spätromanischen Glasmalereifenster im Chor von besonderem kunsthistorischen Wert. 1960/61 fügte man an den gotischen Bau nach Plänen des Trierer Architekten Otto Vogel einen westlichen Anbau an, der wie eine eigenständige zweite Kirche wirkt. Seit Jahrhunderten treten bei der Mauritiuskirche immer wieder Mauerwerksschäden auf. Die Gründe bestehen einerseits in einem zu feuchten Erdreich, was zu Setzungen geführt hat, die bereits eine Turmschiefstellung von über einen Meter bewirkten. Keiner der bisheriger Sicherungsversuche brachte einen dauerhaften Erfolg. Neue gründliche Untersuchungen, verbunden mit statischen Notsicherungen, zeigten, dass die Hauptschadensursache weniger im nachgebenden Fundament, sondern vor allem im nicht homogenen Mauerwerk liegt. Seither wird mit Unterstützung des Bistums Trier, des Landes Rheinland-Pfalz und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz die Instandsetzung von St. Mauritius vorangetrieben.
Das ehemalige Gasthaus "Stadt Mannheim" in Kaub ist ein eleganter Barockbau, der 1780 nach einem Entwurf des kurpfälzischen Hofbaumeisters Franz Wilhelm Rabaliatti aus Mannheim als Gaststätte erbaut wurde. 1792 wurde der Gasthof rückwärtig um eine Hofanlage erweitert. Berühmt wurde das Gebäude im heutigen Welterbegebiet Mittelrheintal durch die Beherbergung des Generalfeldmarschalls Leberecht von Blücher, der hier während des Rheinübergangs der preußischen Truppen in der Sylvesternacht 1813/14 sein Hauptquartier aufschlug. 1913 richtete man in den unveränderten Räumen ein Blüchermuseum ein, das noch heute existiert. Nachdem 2006 auch dank der Förderung der DSD über 75.000 Euro die Dachsanierung erfolgen konnte, wird nun auch seitens der Kommune und des Landes Rheinland-Pfalz intensiv über die Zukunft des Blüchermuseums nachgedacht. Die Gebäudesubstanz des Denkmals ist nach wie vor stark geschädigt, so dass weitere Sanierungsmaßnahmen unerlässlich sind. Derzeit werden Gespräche über eine gemeinschaftliche Anstrengung von Eigentümer und Öffentlichkeit geführt.
Die beiden hochkarätigen Denkmale gehören zu den 85 Förderprojekten der Stiftung in Rheinland-Pfalz, die sie dank privater Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale unterstützen konnte. Bundesweit unterstützte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits mehr als 3.200 bedrohte Denkmale mit über 390 Millionen Euro.
Bonn, den 14. Oktober 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

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