Bald grünt es wieder in Potsdams Breiter Straße

Stiftungen ermöglichen Wiederherstellung des historischen Vorgartens: Vor dem ehemaligen Wohnhaus des Direktors des Großen Potsdamschen Waisenhauses in der Breiten Straße 9 in Potsdam blüht es bald wieder. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz lässt gemeinsam mit der Stiftung "Großes Waisenhaus zu Potsdam" in Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde den Vorgarten nach historischem Vorbild wieder anlegen.
Damit soll ein weiterer Schritt dazu getan werden, das ursprüngliche Straßenbild der Breiten Straße wieder herzustellen. Wie auf historischen Messbildern und Stichen überliefert, erstreckten sich vor allen Wohnhäusern gestaltete Vorgärten, die stark zur repräsentativen Ausstrahlung der Breite Straße beitrugen. Durch die Ausweitung der Fahrspuren und Gehwege wird die Straße heute nur noch als Betonpiste wahr genommen.

Dank der großzügigen Zuwendungen der Gemeinschaftstiftung Historische Gärten sowie der Wilhelmine Grund Stiftung können die Stiftungen nun diesen weiteren Schritt bei der Wiedergewinnung des Stadtgrüns realisieren, nachdem vor dem Naturkundemuseum in der Breite Straße 13 bereits ein erster Vorgarten angelegt wurde. Die Gemeinschaftsstiftung Historische Gärten, eine Stiftung in der treuhänderischen Verwatung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, widmet sich der Pflege und Erhaltung historischer Grünanlagen. An der Gemeinschaftsstiftung können sich auch weitere Zustifter beteiligen.

Das Große Waisenhaus zu Potsdam wurde 1722 unter Friedrich-Wilhelm I. gegründet. Ursprünglich war es in einem einfachen, dreigeschossigen Bau untergebracht. 1771/72 entstand das Waisenhaus nach Entwürfen von Carl von Gonthard auf dem Grundstück Ecke Dortustraße - Breite Straße als erweiterte, fast geschlossene vierflügelige Anlage. Zu dieser Anlage gehört auch der barocke Bau Breite Straße 9 als Wohnhaus des Direktors. Heute wird es als Bürogebäude genutzt, an dessen Gesamtinstandsetzung sich 1999/2000 auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligte, deren Außenstelle hier untergebracht ist. Für die Renovierung des Waisenhauses und die Wiederherstellung des stadtbildprägenden Monopteros konnte die private Bonner Denkmalschutz-Stiftung insgesamt 1,7 Mio Euro zur Verfügung stellen.

Das Große Waisenhaus ist damit eines von mehr als 40 Projekten, die die DSD allein in Potsdam nicht zuletzt Dank der guten und engen Kooperation mit dem Denkmalschutzamt realisieren konnte. Außerdem betreut sie inzwischen sechs Treuhandstiftungen für Denkmale in Potsdam, darunter die ehemaligen Königlichen Observatorien auf dem Telegrafenberg, die Kapelle in Klein-Glienicke, den Jüdischen und den Bornstedter Friedhof sowie Haus und Garten Karl Foersters in Bornim. Die letzte Stiftungsgründung bezog sich auf die keramische Sammlung und den schriftlichen Nachlass Hedwig Bollhagens, die derzeit im Haus für Brandenburgisch Preußische Geschichte zu sehen ist.

Bonn, den 23. Juli 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse


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