Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wird von Dr. Gerold Jaeger, Ortskurator Tübingen/Rottenburg, vertreten.
Etwas außerhalb der Stadt, unterhalb des Fürstengartens, entstand für Fürst Joseph Wilhelm (1750-1798) vermutlich 1786/87 nach Plänen des Architekten E.A. von Lammerz ein ursprünglich als Lust- und Gartenhaus geplantes Schlösschen mit Park. Der überkuppelte Gartensaal tritt als ovaler Risalit aus der Gebäudeflucht des in frühklassizistischer Formensprache gehaltenen Kernbaus hervor. In der Zeit um 1833/34 erweiterte vermutlich A. von Clavel den Ursprungsbau durch zweigeschossige Seitenflügel, damit er ab Juli 1834 dem Erbprinzen- und späteren Fürsten Friedrich Wilhelm Konstantin und seiner Frau Eugenie von Leuchtenberg-de Beauharnais als Residenz dienen konnte.
Bei der Erweiterung wurde das Kuppeldach entfernt und ein Obergeschoss aufgebaut, die Kuppel durch ein Zeltdach mit Plattform ersetzt. Der Rundbau wurde dem neuen Geschmack der Zeit entsprechend mit Wandpilastern gegliedert. Die beiden Flügelbauten sind um etwa ein Meter höher als der Mittelbau und haben nach der Frontseite flache Giebel. Da es sich für einen regierenden Fürsten um einen recht bescheidenen Bau handelte, wurde er nicht als Schloss, sondern als Villa bezeichnet. Die Mittel für den Umbau sowie die Innenausstattung mit Möbeln bestritt Prinzessin Eugenie, nach der die Villa auch benannt wurde. Sie verkaufte hierfür ihr vom Vater ererbtes Gut Eugensberg in der Schweiz.
Während der Regierungszeit des Fürsten Konstantin, von 1838 bis 1850, war die Villa Eugenia Mittelpunkt eines regen Hoflebens. Auch fürstlicher Besuch, vor allem aus der Familie der Fürstin Eugenia, kam häufig in die Zollernstadt. So etwa 1838 die Kaiserin von Brasilien, eine Schwester Eugenies. Nach dem Tod der Fürstin Eugenie 1847 und dem Übergang des Fürstentums an Preußen 1850 zog sich Fürst Friedrich Wilhelm Konstantin 1850 auf seine Besitzungen nach Schlesien zurück und übertrug die fürstlichen Bauten in Hechingen gegen eine Entschädigung an die Sigmaringer Linie der Hohenzollern.
Nach langen wechselhaften Nutzungen bzw. Leerstand gründete sich 2001 ein Förderverein zur Sanierung. Noch im selben Jahr übertrug der Gemeinderat der Stadt Hechingen den Besitz der Villa an den Förderverein, der das Gebäude nun als Kultur- und Tagungszentrum nutzen will. Neben der Kommune, dem Land sowie dem Landesamt für Denkmalpflege unterstützte den Verein dabei auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die von 2003 - 2006 500.000 Euro zur Verfügung stellte. Damit ist die Villa Eugenia eines von über 120 Denkmalen, die die in Bonn ansässige Deutsche Stiftung Denkmalschutz aus privaten Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale allein in Baden-Württemberg fördern konnte.
Bonn, den 18. Juli. 2007/Schi

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