Hauptpastor Alexander Röder nimmt die erneute Unterstützung der Bonner Denkmalschutz-Stiftung um 12.30 Uhr im Herrensaal der Hauptkirche entgegen. Mit den zur Verfügung gestellten 50.000 Euro sollen die Arbeiten am Hauptportal vorangehen - damit die Besucher des Michel wieder würdig empfangen werden.
Als 1750 ein Blitzschlag die St. Michaeliskirche entzündete und der Bau von 1648-61 in der planmäßig erweiterten Neustadt Hamburgs abbrannte, entstand auf ihren Grundmauern einer der bedeutendsten protestantischen Kirchenbauten Deutschlands. Baumeister Johann Leonard Prey erbaute die neue Kirche unter Mitwirkung von Ernst Georg Sonnin. Sonnin schuf 1777-86 insbesondere den kupferbekleideten Turmbau, der als Michel durch seine markante Gestalt und seine Höhe von 132m als Wahrzeichen der Stadt gilt. Das Innere der dreischiffigen Halle mit Kreuzarmen wird kunstvoll gestaltet durch die geschwungenen, vor die Pfeiler vortretenden und verbindenden Emporen, die in das architektonische Gefüge einen zentralisierten Einheitsraum einstellt, wie es dem neuen Anliegen des protestantischen Kirchenbaus im 18. Jahrhundert entspricht. 1906 brannte die Kirche erneut ab und wurde 1907-12 von Julius Faulwasser, der kurz zuvor die Kirche dokumentiert hatte, zusammen mit Hermann Geißler und Emil Meerwein rekonstruiert. Er verwendete dabei auch neue Bautechniken, wo es möglich war: Beton für die Hauptgesimse, der Dachstuhl als Stahlkonstruktion.
Das spätbarocke Äußere ist bestimmt durch die Verwendung der drei Hauptbaustoffe Backstein, Sandstein und Kupfer. Das Wandsystem bilden ionische Kolossalpilaster auf hohem Sockel und unter mächtigem Gebälk und Mansardwalmdach. Die Querhausfronten und die Hauptfassade sind mit aufwendigen Säulenportalen gestaltet. Das 1907-12 anstelle eines einfachen Eingangs gestaltete Turmportal wird bekrönt von der Bronzefigur des Erzengels Michael von August Vogel. Nach der Instandsetzung der Seitenportale 2005 und 2006 stehen nun Sandstein - und Reinigungsarbeiten am Hauptportal an, die von der DSD wiederum mit 50.000 Euro unterstützt werden.
Die Hauptkirche St. Michaelis in der Hamburger City zählt seit 2005 zu den bundesweit über 3.200 Förderprojekten der Bonner Denkmalschutz-Stiftung. Sie ist damit eines von bisher 18 Projekten, das die private Stiftung allein in Hamburg mit Hilfe von privaten Spenden und mit Mitteln der Lotterie Glücks-Spirale fördern konnte. Sie wird in Hamburg von einem ehrenamtlichen Ortskuratorium unter der Leitung von Dr. Klaus Röhrer unterstützt.
Weitere Informationen zur Arbeit des Ortskuratoriums unter www.klaus.roehrer[at]web.de
Bonn, den 1. Oktober 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

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