Nach der nun abgeschlossenen Gesamtsanierung von Dach- und Fachwerkkonstruktion steht die Scheune im Rahmen einer Sommernutzung als Bürger- und Vereinshaus zur Verfügung. Unterstützt wurde die Gemeinde durch das Landesamt für Denkmalpflege sowie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD), die in Waiblingen durch ihren ehrenamtlichen Ortskurator, Dr. Emanuel Gebauer, vertreten ist.
Die ehemalige Zehntscheune von Waiblingen-Bittenfeld wurde 1502/03 in der oberdeutschen Fachwerkbauweise der Spätgotik errichtet. Es handelt sich um einen mächtigen, dreischiffigen Hallenbau, der über einem Naturstein-Gewölbekeller errichtet wurde. 1796/97 fand eine Erweiterung des Baus nach Norden statt. In der direkten Nachbarschaft zum ehemaligen Pfarrhaus und der Pfarrscheune gelegen, bildet das Ensemble eine wichtige Gesamtanlage für den Ortskern Bittenfeld. Es handelt sich um die älteste Zehntscheune im Kreisgebiet, die noch erhalten ist. Der mächtige Bau dokumentiert eindrucksvoll den Reichtum der Region, bevor sie im Dreißigjährigen Krieg von Verwüstung und Plünderung heimgesucht wurde.
Jahrzehntelang nur notdürftig vorgenommene Bauunterhaltung bewirkte an dem Gebäude, das nach provisorischer Nutzung durch den städtischen Bauhof schon lange Zeit leer stand, statische Schäden und eine Durchfeuchtung der Dach- und Fachwerkkonstruktion. Nach der Notsicherung des einsturzgefährdeten Nordgiebels konnte nun die Instandsetzung des Mauerwerksockels, des Tragwerks und des Dachs erfolgen. Die Kommune will den Bau nun als Vereins- und Bürgerhaus nutzen. Um die wertvolle Holzkonstruktion von Dachstuhl und Fachwerk weitgehend schonen zu können, entschied man sich in enger Absprache mit der Denkmalpflege gegen den Einbau einer festen Heizungsanlage und für eine denkmalgerechte und die Substanz schonende Instandsetzung. Die Kommune wurde aufgrund der Bedeutung des Denkmals sowohl durch das Landesamt für Denkmalpflege als auch durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt, die allein 150.000 Euro zur Verfügung stellte.
Möglich wurde die Förderung seitens der DSD dank der Lotterie GlücksSpirale, deren Destinatär die Stiftung seit 1991 ist. Bundesweit konnte die private Denkmalschutz-Stiftung seit ihrer Gründung 1985 für über 3.000 Denkmale mehr als 370 Millionen Euro aus Mitteln der GlücksSpirale und privaten Spenden zur Verfügung stellen.
Bonn, den 26. Oktober 2006 /Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
URL zur Meldung: http://www.denkmalschutz.de/presse/94996006/fullView

Im
Romoe Restauratoren Netzwerk finden Sie Fach- und Sachinformationen zu
Restaurierung und
Konservierung von Restauratoren und Ihren Restaurierungsprojekten. Weiterhin erhalten Sie Infos zu den Themen Berufsbild Restaurator, über Produkte und Handel im Bereich
Restaurierungsbedarf und Restauratorenbedarf.