Wieder Künstler im Schloss Wiepersdorf

Das Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf im brandenburgischen Landkreis Teltow-Fläming wird am 13. September 2006 um 14.00 Uhr von Bernd Neumann, Staatsminister für Kultur und Medien, gemeinsam mit der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Johanna Wanka, und dem Generalsekretär der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Dr. Robert Knüppel, wieder eröffnet.
Unter der Leitung von Anne Frechen kann damit die lange Tradition des Hauses als Ort für bildende Künstler, Schriftsteller, Komponisten, Geisteswissenschaftler und Publizisten aus dem In- und Ausland fortgeführt werden. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) hatte sich Ende 2005 wegen der besonderen Bedeutung des Schlosses und seiner langjährigen Tradition entschlossen, das Schloss Wiepersdorf zu übernehmen, um es mit Unterstützung des Landes Brandenburg und der Bundesrepublik Deutschland dauerhaft zu erhalten und weiterhin für kulturelle Zwecke zu nutzen.

Das im Niederen Fläming gelegene Schloss Wiepersdorf nimmt in der Geschichte der Künste, insbesondere der Literatur, eine besondere Stellung in Deutschland ein. 1814 übersiedelte das Dichterpaar Ludwig Achim und Bettina von Arnim von Berlin nach Wiepersdorf. Sie machten Wiepersdorf zu einem Ort des geistigen Austausches mit Vertretern der künstlerischen und wissenschaftlichen Elite. An das Dichterpaar wird im "Bettina und Achim von Arnim Museum" erinnert, das in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Schloss Wiepersdorf eingerichtet wurde. In dem Museum werden das Leben und Werk des Dichterpaares und die Geschichte des Hauses dokumentiert. Die Sammlung umfasst darüber hinaus Bilder des Malers Achim von Arnim und gibt Auskunft über den damaligen Gesprächskreis des Dichterpaares, zu dem Friedrich Carl von Savigny, Clemens von Brentano, Tieck, Schleiermacher, Humboldt und die Gebrüder Grimm, gehörten.

Nach 1947 diente das Schloss Wiepersdorf als Arbeits- und Erholungsstätte für Schriftsteller und Künstler. Im Jahr 1992 wurde Schloss Wiepersdorf als Künstlerhaus und Einrichtung der Stiftung Kulturfonds von den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen wieder eröffnet. Künstler wie Arnold Zweig, Anna Seghers, Christa Wolf und Sarah Kirsch waren in Wiepersdorf.

Ende 2004 wurde der vorherige Träger des Künstlerhauses, die Stiftung Kulturfonds, aufgelöst, nachdem Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen den Staatsvertrag über die Errichtung dieser Stiftung gekündigt hatten. Im Oktober 2005 wurde der Vertrag unterzeichnet, der die Zukunft des Künstlerhauses absichert. Im Vertrag wurde auch die Errichtung eines treuhänderischen Stiftungsfonds bei der DSD festgeschrieben, der aus dem Anteil des brandenburgischen Liquidationserlöses der Stiftung Kulturfonds gespeist wurde. Die Erträgnisses des „Land Brandenburg-Fonds“ werden für Schloss Wiepersdorf eingesetzt, insbesondere für die Restaurierung, Erhaltung und Pflege des Schlosses und der zugehörigen Anlagen sowie die Nutzung als Künstlerhaus für Stipendiaten. Darüber hinaus gibt der Beauftrage der Bundesregierung für Kultur und Medien dem Künstlerhaus drei Jahre lang 450.000 Euro für das Künstlerhaus.

Bonn/Wiepersdorf, den 13. Sept. 2006/Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
URL zur Meldung: http://www.denkmalschutz.de/presse/95222574/fullView

Wieder Künstler im Schloss Wiepersdorf
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