Im Beisein der brandenburgischen Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Prof. Dr. Johanna Wanka, des Oberbürgermeisters Jann Jakobs, des Generalsekretärs der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Dr. Robert Knüppel, der Stifterin, Dr. Gußmann vom Förderverein sowie von Prof. Dr. Rolf Emmermann vom GeoForschungsZentrum (GFZ) und Prof. Dr. Matthias Steinmetz vom Astrophysikalischen Institut Potsdam (AIP) kann das astronomische Instrument nun als Volkssternwarte von der interessierten Öffentlichkeit zugänglich und nutzbar gemacht werden.
Zu den spektakulärsten Arbeiten gehörte im Mai 2003 der Abtransport des Großen Refraktors zur Generalüberholung in der Firma 4H-Jena Engineering in Jena. Das viertgrößte Linsenteleskop der Welt wurde durch einen Großkran aus dem Kuppelsaal gehoben.
Initiiert wurde die Wiederinstandsetzung des Teleskops und seiner Hilfseinrichtungen durch den Förderverein Großer Refraktor Potsdam e.V. Ermöglicht wurden die Arbeiten insbesondere durch die Pietschker-Neese-Stiftung in der Verwaltung der DSD, die der Wiederherstellung und dauerhaften Pflege der ehemaligen Königlichen Observatorien auf dem Telegrafenberg dient.
Etwa ab 1870 wurde ein Standort für ein Observatorium gesucht, "an einem günstig gelegenen Punkt in der Nähe Berlins,... welches gleichzeitig als magnetische und meteorologische Hauptstation fungieren sollte". Die Wahl für das neue Gelände fiel auf den Telegrafenberg in Potsdam. Nach Entwürfen und unter der Oberleitung des Stüler-Schülers Paul Emanuel Spieker (1819-1896) entstanden 1875-79 das Astrophysikalische und 1888-1890 das Meteorologische Observatorium sowie 1889-92 das Geodätische Institut. In bester Schinkel-Tradition verbinden die Bauten Spiekers Form und Zweckmäßigkeit. So bemerkte der Astrophysiker Karl Friedrich Zöllner 1881: "Mir haben die Einrichtungen des Astrophysikalischen Observatoriums außerordentlich gefallen, umso mehr als dabei Zweckmäßigkeit mit einer würdigen äußeren Ausstattung vereinbart sind, ohne den prunkenden Luxus der Berliner Institute zu teilen."
Insbesondere auf dem Gebiet der Spektralanalyse der Gestirne erlangte das Observatorium auf dem Telegrafenberg, das weltweit erste ausschließlich dem neuen Forschungszweig der Astrophysik gewidmete Institut, schnell Anerkennung. Um 1890 wurde aufgrund der steigenden Ansprüche an exakte wissenschaftliche Ergebnisse der Spektralanalyse von Himmelskörpern ein größeres Fernrohr notwendig. Der Große Refraktor, aufgestellt in einem Backsteinrundbau mit drehbarer Kuppel, wurde 1899 in Anwesenheit des deutschen Kaisers eingeweiht. Seine gesamte Wiederherstellung kostete 830.000 Euro, wovon die beiden privaten Stiftungen allein 675.000 Euro aufbrachten.
Potsdam, den 31.Mai 2006/Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
URL zur Meldung:
http://www.denkmalschutz.de/presse/96143628/fullView

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