Stralsunds Buchholzorgel klingt wieder

Nach vierjähriger Restaurierung wird der Abschluss der Arbeiten an der von 1841 stammenden Buchholzorgel in der Nikolaikirche in Stralsund. Am 28. Oktober 2006 um 15.00 Uhr lädt der Greifswalder Bischof Dr. Hans Jürgen Abromeit zu einem feierlichen Gottesdienst mit Orgelweihe ein. Ab 19.00 Uhr gestalt die Orgelkommission eine erste Orgelnacht.
Der Sonnabend ist der Auftakt von Orgeltagen mit musikalischen Festgottesdiensten, Familienprogramm, einem Orgelsymposium und Konzerten bis zum 31. Oktober. Die Buchholz-Orgel ist eine der drei großen Orgeln in Stralsund, die auf Initiative und bisher mit 750.000 Euro Fördermitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) instand gesetzt werden.

1234 erhielt Stralsund, als Ansiedlung deutscher Händler im slawischen Gebiet gegründet, durch Fürst Witzlaw I. von Rügen Stadtrecht. Schon kurz danach wurde zügig mit dem Bau der Stadtkirche St. Nikolai begonnen. Nach der Zerstörung der Stadt 1249 durch Lübeck wurde sie ab 1270 von Grund auf erneuert und als "moderne" hochgotische, querschifflose Basilika mit Kapellenkranz und Doppelturmanlage neu errichtet. Die beiden Türme - der nördliche seit dem Stadtbrand 1662 flach gedeckt, der südliche 1667 mit einer barocken Haube versehen - sind stadtbildprägend.

Als Hauptkirche der mächtigen und reichen Hansestadt wurde St. Nikolai sowohl von einzelnen Patriziern als auch von den Zünften reich ausgestattet Bis zum Bildersturm der Reformation 1525 gab es allein 59 Altarstiftungen, von denen heute noch 7 erhalten sind. Neben den Wandmalereien des 14. und 15. Jahrhunderts, vielzähligen Skulpturen, dem Gestühl, einer Vielzahl von prächtigen Grabplatten und Epitaphien und dem barocken Hauptaltar von 1700 nach einem Entwurf von Andreas Schlüter und der Astronomischen Uhr zählt die Buchholz-Orgel zu den wichtigsten Ausstattungsstücken.

Die Orgel in St. Nikolai wurde in den Jahren 1840/41 von Carl August Buchholz erbaut. Buchholz gehörte zur Königlichen Akademie der Künste in Berlin und gilt als der bedeutendste Orgelbauer Preußens. Die Stralsunder Orgel ist mit ihren 55 Registern - nach der in Kronstadt/Rumänien - die Größte der renommierten Firma. 2003 begann die umfangreiche Restaurierung des Instruments, das durch eine Arbeitsgemeinschaft der Dresdner Restaurierungswerkstatt für Orgeln Krisztian Wegscheider und der Bonner Orgelbaufirma Johannes Klais Orgelbau in den ursprünglichen Zustand zurückgeführt wurde.

Allein die DSD stellte bisher über 750.000 Euro zur Verfügung. Für das Projekt "Orgelstadt Stralsund", zu dem auch die der Stellwagen- Orgel in der St. Marienkirche und die Mehmel-Orgel in der St. Jacobi Kirche gehören, konnte die DSD auch die Hamburger Reemtsma -Stiftung gewinnen. Seit 1990 hat die in Bonn ansässige private Denkmalschutz-Stiftung allein in Mecklenburg-Vorpommern aus Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale über 860 Denkmale mit mehr als 55,4 Millionen Euro fördern können, rund 10 Millionen davon flossen in Denkmale der Welterbestadt Stralsund.

Bonn, den 27. Oktober 2006/Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
URL zur Meldung: http://www.denkmalschutz.de/presse/93241170/fullView



Stralsunds Buchholzorgel klingt wieder
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