Stiftungs-Plakette für St. Marien

Pfarrer Thomas Hartmann von der Evangelischen Kirchengemeinde Lippstadt wird am 18. Oktober 2006 um 14.00 Uhr von Annette Liebeskind und Dr. Karin Gehrmann von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz eine Bronzeplakette überreicht, die an die Förderung durch die Denkmalschutz-Stiftung erinnern soll.
Mit dem Hinweis „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz“ soll auch nach Abschluss der Baumaßnahmen an vorbildlichen Projekten das Engagement der privaten Förderer der Stiftung sichtbar bleiben und zu weiterer Unterstützung motivieren. Die Marienkirche in Lippstadt mit ihrem Langhaus im gebundenen System zählt zu den ältesten in Westfalen und diente als Vorbild einer ganzen Gruppe ähnlicher Bauten im Münsterland, in Norddeutschland und im Ostseeraum.

Die Lippstädter Hauptkirche, ein geräumiger kreuzförmiger Hallenbau, liegt zentral am Markt. Ihr Westturm und zwei Osttürme überragen den verputzte Bau aus dem 13. Jahrhundert. 1478 bis 1506 entstanden ein spätgotischer Hallenumgangschor, der sich an die Osttürme anlehnt, eine zweigeschossige Nordsakristei und ein kleiner Kapellenanbau auf der Südseite.

Der Westturm, den außen Lisenen, Bogenfriese, Geschossgesimse, Eckbänder und jeweils drei abgerundete Spitzbogenfenster mit Natursteingewänden gliedern, wurde vor der Halle stehend ausgeführt. Eine barocke Schweifhaube mit Laterne bekrönt den Turm. Den Chor belichten Fenster mit spätgotischem Fischblasenmotiv unter einem Netzrippengewölbe. Im Inneren des Kirchenschiffs haben sich Malereien aus dem 13. und 16. Jahrhundert erhalten. Zu der historischen Ausstattung zählen ein Sakramentshaus aus dem Jahr 1523 und der Hochaltar von 1663.

Besonders beeindruckend ist der mächtige originale gotische Dachstuhl über dem Chor, der in mehreren Ebenen Stuhlsäulen mit gebogenen Kopfbändern aufweist. Die Höhe des eindrucksvollen Daches entspricht der Mauerwerkshöhe vom Sockel bis zur Traufe. Durch an den Fußpunkten verfaulte Balken war die statische Festigkeit des Dachstuhls gefährdet. Der Schub auf die Mauerkronen führte bereits zu Rissen und Abrissen der Gewölbekappen. Für Zimmermannsarbeiten und die Sicherung der Mauerkronen bei der Instandsetzung des Chordachstuhls 2005 stellte die DSD 60.000 Euro zur Verfügung.

Die in Bonn ansässige Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist seit 1991 Destinatär der Lotterie GlücksSpirale. Aus den Erträgnissen der Lotterie sowie aus privaten Spenden konnte sie bundesweit bisher über 370 Millionen Euro für den Erhalt von mehr als 3.000 Denkmalen zur Verfügung stellen, 180 davon allein in NRW.

Bonn, den 18. Oktober 2006/Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
URL zur Meldung: http://www.denkmalschutz.de/presse/96029728/fullView

Stiftungs-Plakette für St. Marien
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