Sieben Jahre dauert schon die Rettungsaktion

Mit der Übergabe eines weiteren Fördervertrages durch Heinz Stade vom Erfurter Ortskuratorium der Deutschen Stiftung Denkmalschutz am 28. August 2006 können die Restaurierungsmaßnahmen an der St. Mauritius-Kirche in Herrmannsacker weiterlaufen. Nach den Dacharbeiten soll nun das Mauerwerk der Kirche im Landkreis Nordhausen durch einen Sanierungsputz entsalzt werden.
Seit 1999 bemüht sich der örtliche Kirchenbauverein Herrmannsacker e.V. um die Rettung des einsturzgefährdeten Baudenkmals.

Die Dorfkirche von Herrmannsacker ist eine kleine Hallenkirche, die 1672 erbaut wurde. Der Feldsteinbau war verputzt und durch große Segmentbogenfenster mit Sandsteingewänden beleuchtet. Die Neugestaltung des klar gegliederten klassizistischen Innenraums unter einer gewölbten Holztonne entstand um 1708. Das gesamte Kirchenschiff wird von zweigeschossigen Holzemporen umgeben. Der Altar stammt von 1750. Im Jahr 1999 war die Kirche teilweise einsturzgefährdet und es bestand die Gefahr eines totalen Einbruchs der Kirchendecke und des Dachstuhls. Daher war eine Nutzung nicht mehr möglich. Die Kirche wurde wegen ihres desolaten Zustandes nicht einmal mehr in den bekannten Kunstführer „Dehio“ aufgenommen!

Der engagierte Kirchenbauverein setzt sich seit 1999 - auch mit erheblichen Eigenleistungen - für die Sicherung und Wiederherstellung der Dorfkirche ein. Inzwischen erfolgten die Sicherung der Dachkonstruktion über dem Schiff sowie die Reparaturen an der Dachkonstruktion über dem Chor. Statische Mauerwerkssanierung im Chor sowie die Erneuerung der Dachdeckung und die Instandsetzung der Decken- und Emporenkonstruktion folgten. Die durch Vernachlässigung der Kirche entstandenen Mauerwerksausbrüche wurden geschlossen, zwei Gewindeanker sichern nun die Chor-Ostwand. Bei der Entfernung des alten Außenputzes wurden im Chorbereich drei gotische Fensteröffnungen entdeckt, die vermutlich im 18. Jahrhundert geschlossen wurden.

Die Kirche zählt seit 1999 zu den Förderprojekten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die den Förderverein damit mit insgesamt über 110.000 Euro unterstützte. Für sein ungewöhnliches Engagement wurde der Verein in diesem Jahr mit dem Thüringischen Denkmalschutzpreis ausgezeichnet. Insgesamt konnte die in Bonn ansässige private Denkmalschutz-Stiftung bisher allein in Thüringen über 360 Denkmale mit mehr als 31 Millionen aus privaten Spenden und Mitteln der Fernseh-Lotterie GlücksSpirale fördern.


Bonn, den 28.08.2006/Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
URL zur Meldung: http://www.denkmalschutz.de/presse/97899325/fullView

Sieben Jahre dauert schon die Rettungsaktion
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