Renaissance-Decke wird restauriert

Mit der Unterzeichnung eines gemeinsamen Fördervertrages am 14. Juli 2006 um 11.30 Uhr durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Stiftung zur Bewahrung Kirchlicher Baudenkmäler wird der Startschuss für die Restaurierung der bemalten Renaissance-Decke in der Dorfkirche von Wilsdruff-Grumbach gegeben. Mit den nun zur Verfügung stehenden 14.000 Euro will die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde ein Zeichen setzen für den Beginn der Instandsetzungsarbeiten an dem kurz nach 1600 entstandenen Kirchenbau.
Über die Unterzeichnung des Fördervertrags durch die Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Gerhard Eichhorn, und der Stiftung KiBa, Thomas Begrich, freuen sich Pastor Heiner Bludau und Restauratorin Barbara Friedrich. Die Kirchengemeinde hofft nach dem erfolgreichen Start der Restaurierungsarbeiten auf weitere Spenden und Fördermittel des Landes für die nächsten Bauabschnitte.

Die evangelische Pfarrkirche in Grumbach ist ein langgestreckter Saalbau, dessen Ursprünge in die Romanik zurückreichen. Der heutige Bau stammt aus der Zeit um 1609 bis 1612, als der verputze Bruchsteinbau ein über dem dreiseitigen Chor steil abgewalmtes Satteldach mit einem kräftigen, gedrungenen Dachreiter erhielt. In die nord-westliche Vorhalle führt noch das romanische Portal aus dem frühen 13. Jahrhundert. Die Mitte des Saales nimmt im Inneren eine tragende verzierte Rundstütze aus Holz ein, die inschriftlich auf das Jahr 1610 datiert ist. Über ein Sattelholz trägt sie den Dachstuhl und den Dachreiter.

Der besondere Schatz der Kirche besteht in der Renaissancekassettendecke. Der Freiberger Maler Friedrich Unger gestaltete lebendig Szenen sowohl aus dem Alten als auch aus dem Neuen Testament nach den Radierungen des Virgil Solis d.Ä. Die Malereien sind 1674 datiert. Bereits 1612 wurde auch die steinerne Kanzel errichtet. Seit 1673 schmücken das Kircheninnere Emporeneinbauten an der Nord- und Südseite, im Westen eine Orgelempore. Der Meißner Holzbildhauer Johan Friedrich Richter schuf 1688/89 den barocker Altar.

Erstmals 1889, dann wieder 1921 und 1949, zuletzt 1952 erfolgten Restaurierungsarbeiten an der Kirche. Durch Schimmel und aktiven Anobienbefall ist die Decke akut gefährdet. Die Farbpartien sind bereits sehr dünn und zeigen nur noch außerordentlich geringe Bindung. Obwohl die Malerei noch vollständig ablesbar ist, besteht die Gefahr, dass durch großflächige Abblätterungen der Farbschicht ganze Felder verloren gehen, wenn nicht schnelle Hilfe erfolgt. Die Gemeinde möchte mit der überschaubaren Maßnahme an der Decke ein erstes ermutigendes Zeichen für die Sanierung der Kirche geben, da auch die Außenfassade instandsetzungsbedürftig ist und die Dachhaut sowie der Dachreiter wieder hergestellt werden müssen.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat bisher aus Mitteln der Fernseh-Lotterie GlücksSpirale und privaten Spenden bisher allein 185 Kirchen in Sachsen mit fast 19 Millionen Euro unterstützen können. Gemeinsam mit der KiBa förderte sie bundesweit bisher 74 Kirchen mit über 4,1 Millionen Euro. Für dieses Jahr sind weitere 22 gemeinsame Förderverträge geplant.


Bonn, den 14. Juli 2006/Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
URL zur Meldung: http://www.denkmalschutz.de/presse/97874068/fullView


Renaissance-Decke wird restauriert
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