Ingeborg Wimheuer vom Ortskuratorium Bonn/Rhein-Sieg überreicht am 16. November 2006 um 11.00 Uhr an Bruder P. Bernhard Fuhrmann einen Fördervertrag der Bonner Denkmalschutz-Stiftung. Die Fördermittel stehen für den ersten Bauabschnitt an der Prälatur zur Verfügung. Der durch die marode Dachdeckung entstandene Fäulnis- und Schädlingsbefall der Dachbalken hat bereits zu einer statischen Gefährdung der Dachkonstruktion geführt.
Bereits um 1070 ist eine erste klösterliche Niederlassung in Steinfeld in Urkunden nachweisbar. 1130 übernahm die Gemeinschaft die Regeln des Prämonstratenserordens, der erst 1120 vom heiligen Norbert von Xanten, dem späteren Bischof von Magdeburg, gegründet worden war. Steinfeld zählte zu den bedeutendsten Klöstern im deutschen Reich, 1184 wurde es zur Abtei erhoben. Nach der Säkularisierung 1802 diente das Kloster verschiedenen weltlichen Zwecken, bis es 1923 von der Ordensgemeinschaft der Salvatorianer übernommen und neu belebt wurde. Sie übernahmen die ehemalige Klosterkirche und heutige Basilika sowie die Seelsorge in der Pfarrei, gründeten ein Gymnasium und ein Jungeninternat, betreuen eine Verlagsbuchhandlung und leiten eine Bildungsstätte mit Gästehaus.
Die Basilika, 1142 bis 1150 im romanischen Stil erbaut, erhielt ihre Ausstattung in späteren Epochen. Aus gotischer Zeit sind noch einige Wandgemälde erhalten, die Ausmalung der Gewölbe und der Gurtbögen erfolgte im Übergang zur Renaissance. Die übrige, den Eindruck beherrschende Ausstattung ist barock: Altäre, Kanzel, Reliquienschreine und nicht zuletzt die weithin berühmte König-Orgel.
Steinfeld gilt in seiner Gesamtanlage als eines der besterhaltenen klösterlichen Baudenkmäler des Rheinlandes, als Ort einer lebendigen, nunmehr tausendjährigen Kultur und Tradition. Das im Deutsch-Belgischen Naturpark im Kreis Euskirchen gelegene Kloster ist als Wallfahrtsstätte zum Grab des heiligen Hermann-Josef (1150 - 1241), der als Prämonstratenser in Steinfeld gelebt und gewirkt hat, und als Veranstaltungsort für Orgelkonzerte und Vespergottesdienste ein beliebtes Ausflugsziel.
Damit zählt Kloster Steinfeld zu den inzwischen über 180 Förderprojekten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz allein in NRW. Aus privaten Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale konnte die private Bonner Denkmalschutz-Stiftung bundesweit bisher über 3.000 bedrohte Denkmale mit mehr als 370 Millionen Euro fördern. Seit 2002 wird die Stiftung im Raum Bonn/Rhein-Sieg von einem ehrenamtlichen Ortskuratorium unter der Leitung von Ingeborg Wimheuer unterstützt.
Bonn, den 14. November 2006/Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

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