Noch weitere Hilfe für die Krypta

Mit einer erneuten Förderung unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) die Restaurierungsarbeiten an der Krypta der St. Apollinariskirche in Remagen. Ernst Greve, Ortskurator der Bonner Denkmalschutz-Stiftung in Koblenz, überreicht am 25. September 2006 um 11.30 Uhr einen entsprechenden Fördervertrag über 20.000 Euro für die Fortführung der Restaurierungsarbeiten in der Krypta an Pater Georg Scholles und Pater Lothar Weber vom Franziskaner-Orden .
An der Stelle von Vorgängerbauten des 12. Jahrhunderts ließ Graf Franz Egon Freiherr von Fürstenberg-Stammheim 1838, hoch über dem Rhein gelegen, nördlich von Remagen eine neue Wallfahrtskirche im neogotischen Stil erbauen. Die Pläne für die Kirche mit Krypta als Grablege für die Familie entwarf der Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner. Weitere Pläne zum Bau eines Schlosses wurden jedoch nicht umgesetzt, da der Bischof von Trier in einem solchen Fall um den öffentlichen Zugang der Kirche für Beter und Pilger zur Kopfreliquie des Heiligen Apollinaris fürchtete.

Über einem Grauwackerschiefersockel wurde der Kirchenbau in Tuffsteinmauerwerk über dem Grundriss eines gleicharmigen griechischen Kreuzes errichtet. Die westliche Fassade erhielt eine Doppelturmanlage, auch der Ostchor wird von hohen, schlanken Fialtürmen flankiert. In dem Bau verbindet Zwirner Schinckelsche Einflüsse mit hochgotischen Details des Kölner Domes. Die hohen Maßwerkhelme der Türme - die im Westen aus Gusseisen gefertigt sind -, Maßwerkfenster und -rosetten, Sandsteinbrüstungen, Wimperge und Fialen gliedern den Bau.

Die Innenausmalung der Kirche führte 1843-1853 die Düsseldorfer Künstlergruppe der ,Nazarener' nach einem einheitlichen Bildprogramm aus. Die Themen betreffen Szenen aus dem Leben Christi, Mariens und des Heiligen Apollinaris. Deger malte die Fresco-Bilder der Nordseite, Andreas Müller gestaltete die Südwand und zusammen mit Ittenbach die restlichen Flächen Auch das Kircheninventar mit Gestühl und Altären sowie die historischen Fußböden haben sich erhalten. Nach Fertigstellung der Kirche gründeten Franziskanerpatres hier ein Kloster. Die Apollinariskirche gilt neben dem Kölner Dom als eines der Hauptwerke der Neogotik und des Architekten Zwirner.

In den letzten Jahren konnte der neogotische Kirchenbau mit Hilfe der DSD, des Landesdenkmalamtes, von Kommune, Kreis, Land und Bund umfangreich instand gesetzt werden. Allein die DSD stellte seit 1998 für die Arbeiten 250.000 ? zur Verfügung. Insgesamt förderte die private Bonner Stiftung aus Spenden, Mitteln der Fernseh-Lotterie GlücksSpirale und zeitweiligen öffentlichen Zuschüsse allein in Rheinland-Pfalz bisher 75 Denkmale mit über 9 Millionen Euro.

Bonn, den 22. September 2006 /Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
URL zur Meldung: http://www.denkmalschutz.de/presse/91147415/fullView

Noch weitere Hilfe für die Krypta
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