Die Arbeiten an der ehemaligen Synagoge und der anschließenden Museumsscheune wurden von der Europäischen Union, dem Land Hessen, der Kommune und auch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert.
Im Kulturhaus Ehemalige Synagoge Romrod werden die Romröder Vereine und vielfältigen kulturellen Initiativen ein neues Zuhause finden. In der anschließenden Museumsscheune wird demnächst die Geschichte von Burg, Schloss und Ort Romrod in einer Schausammlung dokumentiert und insbesondere die umfangreichen Funde der Grabungen im Schlosshof ihre Ausstellung und Erläuterung finden.
Im Ortskern, nahe der Kirche, wurde 1837 ein zweigeschossiges Gebäude, ein bäuerliches Einhaus von 1722, von der jüdischen Gemeinde Romrods erworben und bis 1843 zur Synagoge umgebaut. Der Fachwerkbau wurde unterteilt und beherbergte den Synagogenraum, die Schule, eine Lehrerwohnung, den Gemeinderaum und das Frauenbad. Den Betsaal prägen der mit großen, rautenförmig verlegten Sandsteinplatten bedeckte Boden und die Frauenempore, die im westlichen Drittel des Raumes auf vier runden Holzsäulen mit ägyptisierenden Kapitellen ruht. Zwischen vier Pilastern in der Achse der Stützsäulen sind Emporenbrüstungen mit querliegenden Kassettenfeldern und Fenstern darüber gespannt. Nur noch in Resten erhalten ist der sandsteinerne Unterbau der Thoranische, die einst von hölzernen Säulen flankiert wurde. An der Wand hat sich die Kontur des ehemals hölzernen Aufbaues des Thoraschreins erhalten. Wegen des seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts unveränderten Erhaltungszustandes der klassizistischen Umbauphase kommt dem Bau unter den bekannten Landsynagogen Oberhessens eine besondere Bedeutung zu.
Mit der Übergabe der Kulturscheune ist nach dem Schloss ein weiteres großes Projekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Romrod abgeschlossen. Auch bei der Restaurierung der Kirche unterstützt die private Bonner Denkmalschutz-Stiftung die Gemeinde. Insgesamt konnte sie aus privaten Spenden und Mitteln der Fernseh-Lotterie GlücksSpirale in Hessen bereits 25,9 Mio Euro für 65 Objekte zur Verfügung stellen.
Bonn, den 14. Juni 2006 / Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
URL zur Meldung: http://www.denkmalschutz.de/presse/97060845/fullView

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