Die engagierte Kirchengemeinde wurde bei der Instandsetzung des Turmes an der ehemaligen Klosterkirche aus dem 12. Jahrhundert durch Mittel aus dem inzwischen eingestellten Bund-Länder-Programm „Dach und Fach“, des Kirchenkreises, der Lotto-Toto GmbH sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt. Allein die DSD stellte dank der Dr. Oetker-Stiftung und vieler privater Spender insgesamt über 45.000 Euro bereit.
Das Benediktinerkloster Gröningen wurde im Jahr 936 auf einer leichten Anhöhe östlich der Bode von Kloster Corvey aus gegründet. Mit dem Bau der bestehenden Klosterkirche St. Vitus begann man Anfang des 12. Jahrhunderts. Es handelt sich um eine völlig im Hirsauer Baustil gehaltene dreischiffige, flach gedeckte Pfeilerbasilika mit Querschiff, Ostapsiden und einem mächtigen achteckigen Vierungsturm. Bemerkenswert sind die Säulen und Pfeiler mit steilen attischen Basen sowie die Würfelkapitelle, die Kämpfer und der die Arkadenzone begrenzende Schmuckfries.
Um 1170 fügte man in den Mittelteil des Westbaus eine Kapelle ein, deren Fußboden um vier Stufen tiefer als der des Langhauses liegt. Ihre Apsis tritt nach Osten als halbrunde, dreifenstrige Konche ins Mittelschiff vor. Im Innern schließt sie mit einer Quertonne ab, nach oben mit einer Empore, an deren Brüstung Stuckreliefs von Christus und den Aposteln angebracht sind. Die bauzeitlichen Originale wurden 1902 ausgebaut, in die heutigen Staatlichen Museen nach Berlin gebracht und durch Kopien ersetzt. Unterhalb der Reliefs haben sich noch Wandmalereien mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts aus dem Ende des 12. Jahrhunderts erhalten, weitere am Tonnengewölbe der Kapelle.
Ende des 16. Jahrhunderts, nach der Übernahme der Kirche durch die reformierte Dorfgemeinde wurden die Seitenschiffe und Ostapsiden abgebrochen, dabei die Arkadenbögen vermauert. Weitere Umbauten erfolgten zu Beginn des 17. und im 19. Jahrhunderts. Kloster Gröningen gehört zu den bedeutenden Baudenkmälern Sachsen-Anhalts und ist ein wichtiger Bestandteil der Straße der Romanik.
Nachdem 1993-95 die Sanierung der Lang- und Querhausdächer, der Fenster und der Innenwände erfolgen konnte, wurde auch die Behebung der schweren Schäden am Vierungsturm in Angriff genommen. Durch eine schadhafte Dacheindeckung waren im Dachstuhl des Turms Feuchtigkeitsschäden aufgetreten und auch das Sockelmauerwerk bereits stark durchfeuchtet. 2003 erfolgten erste Notmaßnahmen, nun können die Sicherung und Instandsetzung des Vierungsturmes in der Statik, Dachkonstruktion und Dachdeckung als abgeschlossen betrachtet werden.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat als in Bonn ansässige private Denkmalschutz-Stiftung allein in Sachsen-Anhalt aus privaten Spenden und Mitteln der Fernseh-Lotterie GlücksSpirale seit 1990 über 56 Millionen Euro für rund 440 Denkmäler zur Verfügung stellen können.
Bonn, den 8. Juni 2006/Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
URL zur Meldung:
http://www.denkmalschutz.de/presse/95117560/fullView
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