Mit dieser erneuten Förderung durch die Bonner Denkmalstiftung stehen weitere 100.000 Euro für die Mauerwerksinstandsetzung und Dachdeckerarbeiten am Foyer und am Westflügel zur Verfügung.
Im Jahr 1170 stiftete der Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg in Bredelar für den Orden der Prämonstratenserinnen ein Kloster. 1196 wurde die Anlage in ein Mönchskloster der Zisterzienser umgewandelt. Das blühende Kloster erreichte materiellen Wohlstand, der sich in reger Bautätigkeit vom frühen 17. bis in das 18. Jahrhundert hinein dokumentiert.
Ein Brand schädigte 1787 die Bauten, darunter auch die seit 1731 neu errichteten Flügel der hufeisenförmigen Anlage, stark. Die heutigen Gebäude stammen aus der Wiederaufbauphase von 1787 bis 1800. 1804 wurde das Kloster säkularisiert und als staatliche Domäne genutzt. 1842 kaufte Theodor Ulrich das Ensemble und richtete in einem Teil der Gebäude eine Eisenhütte ein, deren Betrieb Um- und Anbauten erforderlich machte. Später wurde eine Maschinenbau AG Eigentümerin. In den Gebäuden befanden sich zwischenzeitlich eine Steinmühle und Lagerräume. 1884 vernichtete ein Brand die Mansarddächer des späten 18. Jh. und den Südflügel derart, dass er bis auf das Kellergeschoss abgetragen werden musste.
Heute zeigt sich die Anlage als barocke Dreiflügelanlage mit vorspringenden Pavillonbauten an der Südseite und einem unmittelbar sich anschließenden einschiffigen Kirchenbau ohne Chor im Nordwesten. Im Norden entstanden im 19. und 20. Jahrhundert Zweckbauten für die industrielle Nutzung.
Durch den sehr rührigen Förderverein wurde die Wiederherstellung der Anlage betrieben. Die Sanierungsarbeiten an der Kirche und dem Westflügel sind inzwischen weitgehend abgeschlossen. Die durch die frühere industrielle Nutzung der Klosteranlage und der Kirche bedingte Fragmentierung der Befunde wurde durch gute Architektenleistung zum Konzept erhoben. Nur die Fassaden wurden zugunsten des repräsentativen Charakters der Barockanlage von den Ergänzungen der Industrienutzung befreit und das Eingangsportal der Kirche als Schmuckstück rekonstruiert .
Das sehr gute Sanierungskonzept hat eine interessante und eigenwillige Veranstaltungsstätte entstehen lassen, die vielfältige Nutzungen ermöglicht. Im nächsten Bauabschnitt folgt nun die Sanierung der an die Kirche angeschlossenen Halle mit Steinmühlen, um hier ein Foyer zu schaffen.
Kloster und Klosterkirche wurden damit bisher mit über 340.000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert. Sie zählen damit zu den über 140 Projekten, die die in Bonn ansässige private Denkmalschutz-Stiftung aus Spenden und Mitteln der Fernseh-Lotterie GlücksSpirale in NRW bisher fördern konnte.
Bonn, den 4. Oktober 2006/Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
URL zur Meldung: http://www.denkmalschutz.de/presse/95525640/fullView

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