Kemenate am Eiermarkt wird Museum

Am 28. September übergibt Jobst Tehnzen, Ortskurator Hannover der Deutschen Stiftung Denkmalschutz um 10.00 Uhr in Braunschweig an Joachim Brüsse einen Fördervertrag über 20.000 Euro. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligt sich an der Sanierung der Kemenate am Eiermarkt, die zukünftig als Museum und kirchliche Begegnungsstätte genutzt werden soll.
Die Kemenate am Eiermarkt liegt neben der ältesten Kapelle Braunschweigs, der Jakobskapelle. In Braunschweig waren Kemenaten typische Steinbauten als Fluchtpunkt vor Feuer und Überfall, als Repräsentations-, Speicher- und Wohnbauten. Erst mit der Orientierung des Wohnens zur Straße entstanden in späterer Zeit dort repräsentative Wohnhäuser und die Kemenaten sanken auf die Funktion als Wirtschaftsbauten zurück.

Im Kern stammt die Kemenate am Eiermarkt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts und war ursprünglich Bestandteil eines aus mehreren Massivbauten bestehenden Gebäudekomplexes an der Jakobstraße. Ein Mauerrest des Vorgebäudes aus Rogen- und Kalkbruchstein schließt sich heute noch an der Nordostecke der Kemenate an. Im Südgiebel haben sich Reste vermauerter Drillingsfenster mit Kleeblattbogenstürzen und Trennungssäulchen erhalten. An der Südostecke findet sich ein Kragstein für einen einstigen Rauchabzug des Kamins im Obergeschoss.

Im 2. Weltkrieg wurde der Gebäudekomplex fast völlig zerstört, die erhaltenen Bauten wurden 1960 abgerissen und das Grundstück neu überbaut. Die Kemenate brannte im Krieg aus und verlor ihr Dach. Die Giebel wurden abgetragen und der Bau mit einem flachen Notdach versehen. Durch aufsteigende Feuchtigkeit trat eine Durchfeuchtung von Teilen der Kellerwand und des Sockels auf. Das Außenmauerwerk zeigte Risse. Die notdürftig nach dem Krieg eingebauten Fenster und Türen waren ebenso verschlissen wie die Fußböden und die Holzkonstruktion.

Joachim Prüsse hat den Bau von der Gemeinde erworben. Nach der Sanierung soll er in eine Stiftung eingebracht werden. Die Kemenate ist eine der drei letzten für Braunschweig typischen Gebäude, von denen es vor dem Krieg noch 26 gab. Bisher hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank privater Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale über 140 Denkmale allein in Niedersachsen fördern können.

Bonn, den 27. September 2006/Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
URL zur Meldung: http://www.denkmalschutz.de/presse/96557633/fullView


Kemenate am Eiermarkt wird Museum
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