In Langenbrettach klapperts wieder

Die Gemeinde Langenbrettach im Landkreis Heilbronn feiert: am 15. September 2006 können Bürgermeister Tilmann Schmidt und Wolfgang Gebhard vom Heimatgeschichtlichen Verein Langenbrettach um 15.00 Uhr im Rahmen einer Feierstunde das Ende der Instandsetzungsarbeiten an der historischen Brettacher Mühle verkündet werden.
Bei der Einweihung der Mühle wird die Deutsche Stiftung Denkmalschutz von Heide von Berlepsch vom Ortskuratorium Waiblingen vertreten.

Die ehemalige Getreidemühle am Brettacher Mühlkanal, den sie mit einem Bogen überspannt, entstand bereits zwischen 1600 und 1602. Es handelt sich um einen zweigeschossigen, längsrechteckigen Massivbau. Die Bedeutung der Mühle unterstreichen die aufwendig verzierten Renaissance-Ziergiebel und das mächtige dreigeschossige Satteldach. Die Fenster und Türen sind mit gekehlten Gewänden geschmückt, die Gebäudeecken werden von Eckquaderungen betont. Gegen die Rückseite des Gebäudes wurden nachträglich zur Stabilisierung fünf mächtige Strebepfeiler gesetzt. Die Fenstergewände dieser Seite sind unprofiliert und scheinen neueren Ursprungs zu sein.

Im Erdgeschoss befanden sich die Getreidemühle, der Mühlenraum und die Turbinen, im Obergeschoss die Wohnung des Müllers. Die Mühle verfügte im Inneren noch in weiten Teilen über die historische Ausstattung mit alten Türelementen, Stuckfassungen, Lamperien, Fußbodenbeläge und Holzsäulen.

Die Brettacher Wassermühle war in ihrem Bestand erheblich gefährdet. Als Ursachen waren zum einen der lange Leerstand, zum andern auch der unter dem Erdgeschoss des Gebäudes offen verlaufende Mühlbach, eine mangelhafte Gründung und nicht fachgerecht durchgeführte Instandsetzungsmaßnahmen zu sehen. Das Mauerwerk war durch Spritzwasser, Salze, aufsteigende Feuchtigkeit und Frost stark geschädigt. Die Strebepfeiler auf der Bachseite hatten sich von der Wand abgelöst und waren damit funktionslos geworden. Nachdem die letzte vollständige Wartung des Gebäudes zwischen 1870 und 1930 erfolgte und um 1975 die Wohnung renoviert wurde, konnte 2004 nach detaillierten Voruntersuchungen endlich die statische Sicherung sowie die Mauerwerks- und Dachsanierung durchgeführt werden. Nach der gelungenen Restaurierung wird hier das Heimatmuseum und ein Versammlungsraum eine neue Unterkunft finden.

An der von der Gemeinde mutig angegangenen denkmalgerechten Restaurierung des Kulturdenkmals beteiligte sich neben dem Land, dem Landesdenkmalamt, der Denkmalstiftung Baden-Württemberg und dem Förderverein die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit 250.000 Euro. Die Mühle ist damit eines von über 100 Denkmalen, das die private Bonner Denkmalschutz-Stiftung dank privater Spenden und Mitteln der Fernseh-Lotterie GlücksSpirale seit 1990 allein in Baden-Württemberg fördern konnte.

Bonn, den 14. Sept. 2006/Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
URL zur Meldung: http://www.denkmalschutz.de/presse/92432076/fullView

In Langenbrettach klapperts wieder
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