Hoch über Königswinter

Schloss Drachenburg hoch über Königswinter zählt zu den Wahrzeichen der Region. Am 17. Oktober 2006 überbringt Ingeborg Wimheuer, Ortskuratorin Bonn/Rhein-Sieg, um 9.00 Uhr im Schloss einen Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) für die laufenden Restaurierungsarbeiten an Bürgermeister Peter Wirtz. 95.000 Euro Fördermittel stehen für die Restaurierung der Gemälde im Nibelungenzimmer zur Verfügung.
Von 1882 bis 1884 ließ der Bankier Baron Stephan von Sarter durch den Architekten Wilhelm Hoffmann nach Plänen von Tüshaus & von Abbema unter der Burg Drachenfels eine repräsentative historistische Schlossanlage bauen. Die im weitläufigen Park gelegene Anlage mit Vor- und Hauptburg ist zu einem Wahrzeichen Königswinters geworden. In der Vorburg, einer offenen, zweigeschossigen Dreiflügelanlage, sind Remise und Stall untergebracht. Hier liegt auch der brückenartige Anschluss an die Drachenfelsbahn. Die Hauptburg erhebt sich auf einer den gesamten Bau umlaufenden Terrasse und wird im Osten über eine 1940 entstandene breite Freitreppe erschlossen.

Das Schloss zeigt sich als langgestreckter Bau mit Sandstein- und Tuffsteinfassaden. Es wird ergänzt durch einen südlichen, zweigeschossigen Wohnbau mit dem Hauptturm, der nördlich anschließenden Kunsthalle und dem viergeschossigen Nordturm mit Zinnenkranz und Eckwarten. Das Gebäude wird von vielgestaltigem,

unregelmäßigem Grund- und Aufriss und einer bewegten Dachlandschaft geprägt. Bauzier und Skulpturen, die die deutsche Sagenwelt und Geschichte thematisieren, schaffen einen Bezug zum Drachenfels als Schauplatz der Siegfriedsage und zur Rheinromantik des 19. Jahrhundert.

Das zweigeschossige Haupthaus wird im Inneren durch ein aufwändig gestaltetes Treppenhaus erschlossen, das in die Beletage mit den Repräsentations- und Wohnräumen sowie in die Kunsthalle führt. Die Kunsthalle war ursprünglich dem "deutschen Geist" als "Walhalla" gewidmet. Daran schließt sich das Kneipzimmer im Erdgeschoss des Turmes an. Das Nibelungenzimmer und die Bibliothek im ersten Obergeschoss zeigen großflächige Leinwandmalereien mit Szenen aus der deutschen Sagenwelt.

Nach dem die Anlage seit 1902 mehrfach den Besitzer wechselte, wurde sie von 1931 bis 1938 als Schule des Ordens der Christlichen Schulbrüder, 1942 bis 1945 als Adolf-Hitler-Schule und 1947 bis 1960 als Reichsbahnschule genutzt. Bis 1971 stand das Ensemble leer und war 1972 bis 1989 in Privatbesitz. Danach kaufte es die NRW-Stiftung, die das Schloss nun schrittweise instandsetzt, um es für kulturelle Zwecke öffentlich und museal zu nutzen.

Schloss Drachenburg ist damit eines von über 180 Förderprojekten der DSD allein in NRW. Aus privaten Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale konnte die private Bonner Denkmalschutz-Stiftung bundesweit bisher über 3.000 bedrohte Denkmale mit mehr als 370 Millionen Euro unterstützen. Seit 2002 wird die Stiftung im Raum Bonn/Rhein-Sieg von einem ehrenamtlichen Ortskuratorium unter der Leitung von Ingeborg Wimheuer unterstützt.


Bonn, den 16. Oktober 2006/Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
URL zur Meldung: http://www.denkmalschutz.de/presse/90745962/fullView

Hoch über Königswinter
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