Hilfe für St. Mauritius

Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligt sich an der Sicherung des Fundaments des Gotteshauses in Heimersheim: Die statische Sicherung und Fundamentunterfangung an der St. Mauritius-Kirche in Bad Neuenahr-Heimersheim werden von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit 75.000 Euro unterstützt. Einen entsprechenden Fördervertrag überreichen am 12. Dezember 2006 um 10.00 Uhr Ute Willinger und Dr. Eckhard Wegner von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie Ernst Greve, Ortskurator der Stiftung in Koblenz, an Pastor Herbert Ritterrath von der Katholischen Kirchengemeinde.
Die katholische Pfarrkirche St. Mauritius in Heimersheim entstand als gewölbte Emporenbasilika mit Querhaus und hohem Vierungsturm. Die spätromanische Formensprache verweist auf eine Erbauungszeit im dritten Viertel des 13. Jahrhunderts. Das Langhaus erstreckt sich über vier Joche. Es wurde vermutlich von einem Vorgängerbau übernommen und später umgestaltet. Nach Osten endet es in einem Rechteckchor mit einem 5/10-Schluß. Der achteckige Vierungsturm wird von Dreiecksgiebeln bekrönt. Bei dem innen wie außen reich mit Blendbögen, Lisenen, Diensten und Kapitellen gegliederten Bau sind vor allem die bauzeitlichen spätromanischen Glasmalereifenster im Chor von besonderem kunsthistorischen Wert. Sie zählen zu den ältesten Kirchenfenstern Deutschlands. Es finden sich Heiligendarstellungen ebenso wie die Darstellung der Verkündigung sowie der Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt Christi. 1960/61 fügte man an den gotischen Bau nach Plänen des Trierer Architekten Otto Vogel einen westlichen Anbau an, der wie eine eigenständige zweite Kirche wirkt.

Seit Jahrhunderten treten bei der Mauritiuskirche immer wieder Mauerwerksschäden auf. Die Gründe bestehen einerseits in einem zu feuchten Erdreich, was zu Setzungen geführt hat, die bereits eine Turmschiefstellung über einen Meter bewirkten. Durch Brände in den Jahren 1588 und 1624 wurden dem Tuffstein der Vierungspfeiler außerdem das Bindemittel entzogen, so dass sie wegzubrechen drohen. Kein bisheriger Sicherungsversuch brachte dauerhaften Erfolg. Infolge herunterfallender Putzteile im Innern musste die Kirche vor drei Jahren gesperrt werden. Gründliche Untersuchungen - verbunden mit statischen Notsicherungen- zeigten, dass die Hauptschadensursache weniger im nachgebenden Fundament, sondern vor allem im nicht homogenen Mauerwerk liegt. Nun soll mit dem ersten von vermutlich drei Sanierungsabschnitten begonnen werden, die hauptsächlich der Mauerwerksertüchtigung dienen. Möglich wird diese grundlegende Maßnahme durch die Unterstützung des Bistums Trier, des Landes Rheinland-Pfalz und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Die Emporenbasilika ist damit eines von 75 Förderprojekten in Rheinland-Pfalz der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die sie dank privater Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale unterstützen konnte. Bundesweit unterstützte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits mehr als 3.100 bedrohte Denkmale mit über 370 Millionen Euro.

Bonn, den 12. Dezember 2006/Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

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