Nach der Unterstützung bei der Instandsetzung von Dachstuhl und Dachdeckung in den vergangenen Jahren soll nun die kostbare historische Holzausstattung des Westflügels restauriert werden.
Schloss Ortenberg erhebt sich auf einem Basaltsporn oberhalb des Ortes als Stadtkrone. An dieser Stelle lag bereits eine staufische Burganlage aus dem 12. Jahrhundert, von der noch Reste in einigen Bauten des Schlosses erhalten sind. Im heutigen, aus Bruchstein errichteten Hauptbau finden sich in den Grundmauern noch Reste von drei Palasbauten aus dem 13. Jahrhundert, doch ihre jetzige Gestalt erhielt die zweiflügelige Anlage 1793-97. Im stumpfen Winkel stoßen zwei Flügel des Schlosses aufeinander.
Die sieben bzw. sechs Achsen der Gebäude erstrecken sich über drei Geschosse, je zwei Vollgeschosse und ein Mezzaningeschoss. Ein runder massiver Eckturm aus dem 15./16. Jahrhundert mit barocker Schweifhaube und ein zweigeschossiges Torhaus aus dem Jahr 1622 ergänzen die Anlage. Der zentral angeordnete Haupteingang wird von zwei Sandsteinsäulen mit schlichten Kapitellen und einem hohem Gebälk gerahmt. Im Giebel der Ädikula findet sich das Familienwappen der Grafen zu Stolberg-Roßla mit der Dynastenkrone. Das Innere erschließt sich über ein klassizistisches Treppenhaus. Bemalte Türen, Lambrien, Parkettböden und Dielen gehören zu der kostbaren historischen Innenausstattung.
Nach langjährigem Leerstand des Schlosses seit 1983 hat sich Graf von Stolberg-Wernigerode entschlossen, mit seiner Familie nach Ortenberg zu ziehen, wieder im Schloss zu wohnen und das einstige Museum im Erdgeschoss neu zu gestalten. Einige der Räume werden für öffentliche Kulturveranstaltungen genutzt.
Schloss Ortenberg ist seit 2002 eines von über 60 Denkmalen, das die in Bonn ansässige private Stiftung seit ihrer Gründung 1985 allein in Hessen mit mehr als 26 Millionen Euro unterstützen konnte. Insgesamt konnte die DSD aus privaten Spenden und Mitteln der Fernseh-Lotterie GlücksSpirale bundesweit bisher über 3.000 bedrohte Denkmale fördern. In Frankfurt wird die Arbeit der Stiftung durch ein ehrenamtlich tätiges Ortskuratorium unter der Leitung von Christian Rusch unterstützt.
Bonn, den 12. Sept. 2006/Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
URL zur Meldung: http://www.denkmalschutz.de/presse/97589410/fullView

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