Damit können die dringend notwendigen Maßnahmen am Dach und der Fachwerkkonstruktion der aus dem 16. Jahrhundert stammenden Kelter beginnen. Zukünftig will die Kommune hier das Magazin der öffentlichen Sammlungen einrichten.
Die ehemalige Weinkelter von Mühlacker-Großglattbach lässt sich auf das Jahr 1550 datieren. Es handelt sich um einen langgestreckten, zweischiffigen Bau mit einem hohem Krüppelwalmdach. Die östliche Längswand ist im Gegensatz zu den übrigen Wänden, die in Fachwerkbauweise aufgeführt sind, massiv in Bruchstein errichtet, gegründet auf einer anstehenden Felsformation. Die massive Bauweise erklärt sich in der Funktion als Teil der dörflichen Umfassungsmauer. Sie war ehemals bis auf schmale Lichtscharten fensterlos. Die westliche, zum Dorf hin gelegene Längswand wurde über einem Bruchsteinfundament erbaut, das wiederum über der Auffüllung einer einstigen Talsohle liegt.
Bereits wenige Jahrzehnte nach Errichtung der Kelter begann sich diese wegen ungenügender Fundamentierung an der gesamten Westseite abzusenken. Nachdem kleinere Reparaturen keinen dauerhaften Erfolg brachten, wurde um 1800 eine umfangreiche Abstützkonstruktion eingebracht, die aber letztlich die Bewegung im Gebäude nicht aufhalten konnte. Aufgrund der ungenügenden Fundamentierung weist die ehemalige Kelter starke statische Schäden auf. Der gesamte Bau droht nach Westen wegzukippen. Durch mangelnde Bauunterhaltung in den letzten Jahrzehnten sind außerdem eine schadhafte Dachdeckung sowie teilweise Feuchtigkeitsschäden und Anobienbefall in der Dach- und Fachwerkkonstruktion feststellen.
Die ehemalige Kelter in Mühlacker-Großglattbach ist eines von über 100 Denkmalen, die die private Bonner Denkmalschutz-Stiftung dank privater Spenden und Mitteln der Fernseh-Lotterie GlücksSpirale seit 1990 allein in Baden-Württemberg fördern konnte.
Bonn, den 11. September 2006/Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
URL zur Meldung: http://www.denkmalschutz.de/presse/96297523/fullView

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