Hilfe für die Villa Merkel

Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger erhält Hilfe bei der Sanierung der als Galerie genutzten Villa Merkel. Gisela Lasartzyk vom Ortskuratorium Stuttgart der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) überreicht am 18. September 2006 um 11.00 Uhr einen Fördervertrag der Bonner Denkmalschutz-Stiftung.
Die Villa des Textilfabrikanten Oskar Merkel wurde 1872-73 nach einem Entwurf von Emil Otto Tafel erbaut. Das auf abschüssigem Gelände gelegene Gebäude entstand in Beton-Massivbauweise und gilt damit als erster Zementbau in Baden-Württemberg. Das Gebäude auf annähernd quadratischem Grundriss zeigt die streng symmetrische Gliederung und Formensprache der Neorenaissance. Die Fassade zur Stadt und Bahntrasse ist mit einem eingestellten Portikus versehen, die Fassade zum Neckar hin mit einem Standerker in der Mittelachse. An der Westseite schließt sich eine langgestreckte, zweigeschossige Pfeilergalerie an, der so genannte Wintergarten.

Im Innern ist an der Parkseite eine repräsentative Suite angeordnet; bescheidener ausgestattet sind die der ursprünglich privaten Nutzung vorbehaltenen Räume im Obergeschoss. Durch eine Glasdeckung im Zentrum des abgewalmten Dachs wird das zweigeschossige Vestibül mit umlaufenden Arkaden ionischer und korinthischer Ordnung belichtet.

Seit 1973 wird die Villa Merkel von der Stadt Esslingen als Galerie genutzt. Aufgrund von Witterungsschäden ist es an der Fassade bereits zum Absturz von Schmuckelementen gekommen. Weitere Teile drohen herunterzustürzen. Viele der Fenster sind desolat, das Dach des Wintergartens ist geschädigt. In den letzten Jahren erfolgten Reparaturarbeiten an den Dächern des Hauptgebäudes und des Wintergartens, die Kellergewölbe unter dem Wintergarten wurden statisch gesichert und Fenster instandgesetzt. Nun kann mit der Fassadensanierung begonnen werden.

Die Esslinger Villa Merkel ist eines von über 100 Denkmalen, die die private Bonner Denkmalschutz dank privater Spenden und Mitteln der Fernseh-Lotterie GlücksSpirale seit ihrer Gründung 1985 allein in Baden-Württemberg fördern konnte.


Bonn, den 15. Sept. 2006/Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
URL zur Meldung: http://www.denkmalschutz.de/presse/92399863/fullView

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