Prior Leo Overmeyer OSB und Peter Lengfeld, Bürgermeister der Gemeinde Travenbrück, laden um 16.00 Uhr zu einem Gottesdienst mit Erzbischof Dr. Werner Thissen ein. Abschließend findet ein Festakt statt, der von dem Renaissance-Ensemble "Anonymus" aus Reinbeck umrahmt wird. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die die Restaurierungsarbeiten an Dach, Glockenturm und Decken 2002 mit fast 130.000 Euro fördern konnte, wird vertreten durch Jutta Wahle vom Ortskuratorium Lübeck.
Das ehemalige Herrenhaus Nütschau ist neben Ahrensburg und Glücksburg das dritte noch erhaltene Beispiel eines so genannten Dreigiebelhauses, eines in der Renaissance in Schleswig-Holstein verbreiteten Haustyps mit drei parallelen Satteldächern über annähernd quadratischem Grundriss. Das dreigeschossige Schloss wurde 1577-78 an Stelle eines mittelalterlichen Adelssitzes für den Humanisten und Lutherschüler Graf Heinrich Rantzau neu gebaut.
Der monumentale Backsteinbau über einem aus Granitquadern errichteten Kellergeschoss ist heute weiß verputzt. Einstmals erhob sich das Gebäude über einem tiefen Hausgraben, der heute aufgefüllt ist. Die Fensteranordnung, der Eingangsbereich und die innere Raumaufteilung sind bei späteren Umbauten mehrfach verändert worden. Der hölzerne Firstturm mit Laterne und Helm stammt von 1792.
Im Jahr 1951 erwarb der Erzbischof Brening das Anwesen für eine Benediktiner Neugründung der Gerlever Mönche als Stätte der Begegnung und religiösen Besinnung. Im Zuge der Klostererweiterung wurde 1998 ein neues Konventgebäude mit Refektorium, Infirmie und insgesamt 21 Mönchszellen ergänzt. Nach der Umsiedlung der Mönche in den Neubau wurde mit ersten Freilegungsarbeiten im Herrenhaus begonnen. Eine Überraschung waren die dabei entdeckten Bemalungsreste auf den Unterseiten der Bodenbretter, die hier aus mehreren Räumen des Hauses zusammengetragen worden waren. Einige der Bretter stammen aus der Erbauungszeit, andere eher aus der Mitte des 17. Jahrhunderts.
Durch jahrelange undichte Dachdeckung waren alle Geschosse durchfeuchtet, die Fassaden verformt, aufgrund des Moorbodens hatte sich die Süd-Ost-Ecke stark gesetzt, die Nord-Ost-Ecke war akut einsturzgefährdet. Die Holzbalkendecken zeigten akute Fäulnisschäden an den Auflagern. Zur Stabilisierung wurden über alle drei Dachstuhlschiffe Zugeisen eingelegt.
Kloster Nütschau ist eines von über 100 Förderprojekten der privaten Bonner Denkmalschutz-Stiftung in Schleswig-Holstein, die sie dank privater Spenden und die Mittel der Fernseh-Lotterie GlücksSpirale unterstützen konnte. Insgesamt förderte die Stiftung seit ihrer Gründung 1985 bundesweit Maßnahmen an über 3.000 bedrohten Denkmalen mit mehr als 370 Millionen Euro.
Bonn, den 1. Sept. 2006/Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
URL zur Meldung: http://www.denkmalschutz.de/presse/91979972/fullView

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