Am 22. Dezember 2006 werden Professor Erwin Emmerling von der Fachhochschule für Restaurierung an der TU München, Rupert Karbacher und Dr. Uli Walter vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege gemeinsam mit Pater Klaus Obermeier von der Katholischen Kirchenstiftung St. Kajetan die Anbringung verfolgen. Möglich wurde auch dieser weitere wichtige Schritt zur Instandsetzung der historischen Choranlage von 1675 durch eine Benefizaktion und vielen Einzelspenden zugunsten der Baudenkmal-Stiftung München. Deren Vorsitzender, Peter-Christian von Taysen, Ortskurator München der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, sieht in der Initiative für die Theatinerkirche ein vorbildliches Beispiel für bürgerschaftliches Engagement bei der Bewahrung des kulturellen Erbes in München. Bereits seit Juni 2005 wirbt die Baudenkmal-Stiftung München für die Wiederherstellung der barocken Chorgestaltung der Münchner Theatinerkirche.
Die Theatinerkirche gilt als Gründungsbau des Barocks in Süddeutschland. Im Auftrag des Kurfürsten Ferdinand Maria entstand sie in den Jahren 1663 bis 1669 als Votivkirche für die glückliche Geburt des Thronfolgers Max Emanuel. Unter dem Einfluss der aus Savoyen stammenden Kurfürstin Henriette Adelaide kamen bei der Planung und Ausführung italienische Architekten und Stukkateure zum Einsatz.
Die reiche Ausgestaltung des Kircheninneren im Stil des italienischen Hochbarocks steigert sich im Altarraum. Über drei Stufen erreichte man die Kommunionbank, hinter der sich eine monumentale Chorschranke befand. Sie wird gestaltet durch die überlebensgroßen Figuren der vier Evangelisten, Putten, einem kuppelförmigen Tabernakel und einem davor gelagerten Altartisch. Den gestalterischen Höhepunkt bildete der von gewundenen Doppelsäulen gerahmte, barocke Hochaltar. Die Skulpturen waren ein wichtiger Bestandteil der früheren Chorschranke, die von der Altarweihe 1675 bis zu ihrer Teilzerstörung 1944 in der Blickachse der Theatinerkirche stand.
Bereits auf ihren alten Platz zurückgekehrt sind die Figuren der Evangelisten Markus und Johannes des Münchner Hofbildhauers Balthasar Ableithner (1613-1705). Die teilweise zerstörte Statue des Evangelisten Lukas befand sich jahrelang im Depot, die Skulptur des Evangelisten Matthäus ist verschollen. Aus den Erlösen einer ersten Benefizveranstaltung der Baudenkmal-Stiftung konnte bereits im vergangenen Jahr die Lukasfigur wieder an ihren alten Platz zurück gebracht werden. Der nun wieder aufgestellte Putto war in einem sehr restaurierungsbedürftigen Zustand. Nach der sorgfältigen Untersuchung der verschiedenen Farbfassungen wurden die verlorenen Flügel neu modelliert, in Holz gearbeitet und ergänzt. Um den Originalzustand herzustellen, erfolgt die Anbringung an seinen ursprünglichen Platz auf dem Torbogen, zwischen den Figuren von Markus und Johannes. Die Maßnahmen wurden in enger Abstimmung mit dem bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und unter der Betreuung der TU München von Martina Klukas und dem Bildhauer Jörg Maxzin durchgeführt.
Die Baudenkmal-Stiftung München, eine Treuhandstiftung in der Obhut der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, wurde 2001 gegründet. Sie will einen bürgerschaftlichen Beitrag bei der Bewahrung und Erhaltung des reichen kulturellen Erbes Münchens leisten. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz engagiert sich als größte private Institution bundesweit für den Denkmalschutz.
Bonn, den 20. Dezember 2006 /Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

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