Die Mittel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der von ihr treuhänderisch verwalteten Dr. Alfred Fischer Stiftung stehen für die Restaurierung einer Holzskulptur des Heiligen Jacobus des Älteren sowie von historischen Textilien und deren zukünftiger Präsentation in der Krullschen Kapelle zur Verfügung.
An der Einmündung des Tanger in die Elbe entwickelte sich südwestlich einer 1009 von Thietmar von Merseburg genannten Burganlage um die Mitte des 12. Jahrhunderts eine Siedlung. Im frühen 13. Jahrhundert erhielt diese prosperierende Marktsiedlung bereits das Stadtrecht, ab 1300 wurde eine umfangreiche Stadtbefestigung errichtet. Die Tangermünder Stephanskirche wurde vermutlich ab 1376 als Hallenkirche aus Backstein in den Formen der Spätgotik über den Resten eines romanischen Vorgängerbaus (1184-1188) erbaut. Der dreischiffige Kirchenbau wird im Westen von einer Doppelturmfront überragt und im Osten von einem Umgangschor abgeschlossen. Das Langhaus überspannt ein Kreuzrippengewölbe, das über schlanken Bündelpfeilern aufsteigt. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts fertiggestellt, erhielt der Nordturm jedoch erst 1601 seine gotische Spitze.
Der große Stadtbrand von 1617 zog auch die Stephanskirche in Mitleidenschaft. Die Nordturmspitze, die nach dem Brand abgestürzt war, ersetzt seit 1712 eine barocke Haube. Von der reichen Ausstattung sind insbesondere der Taufkessel von 1508, die Kanzel von 1619, die 1624 eingebaute Scherer-Orgel und der 1705 errichtete Altaraufsatz hervorzuheben. Da nach einem großen Sturmschaden 1972 die Bleiabdeckung der nördlichen Turmhaube nur notdürftig repariert wurde, schädigte das eindringende Niederschlagswasser die Haubenkonstruktion so stark, das 1998 wegen akuter Einsturzgefahr eine Sperrung der Kirche durch das Bauordnungsamt erfolgte. Im Sommer 2000 konnten Haube und Laterne wieder aufgesetzt werden. 2002 begann die Reparatur des gewaltigen Kirchendachs. Parallel dazu erfolgt die schrittweise Restaurierung der Innenausstattung, der sich die treuhänderisch von der DSD verwalteten Dr. Alfred Fischer Stiftung widmet.
Die St. Stephanskirche zählt seit 1999 zu den über 440 Denkmalen, die die Bonner Denkmalschutz-Stiftung dank privater Spenden und den Mitteln der Lotterie GlücksSpirale seit ihrer Gründung 1985 allein in Sachsen-Anhalt mit mehr als 55 Millionen Euro fördern konnte. Die private Stiftung hat seit ihrer Gründung 1985 bundesweit bereits Restaurierungsarbeiten an über 3.000 Denkmalen mit mehr als 370 Millionen Euro unterstützen können.
Bonn, den 4. Oktober 2006/Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
URL zur Meldung: http://www.denkmalschutz.de/presse/95932420/fullView

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