Die Peterskapelle - eine echte Bürgerkapelle

Nach über 10 Jahren ist die Instandsetzung der St. Peter und Paul Kapelle in Spay erfolgreich abgeschlossen. Der Förderverein Peterskapelle e.V. unter seinem Vorsitzenden und Bürgermeister Franz-Josef Karbach feiern am Fest der Namenspatrone Peter und Paul am 2. Juli 2006 um 14.00 Uhr mit Staatssekretär Professor Dr. Joachim Hofmann-Göttig vom Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur aus Mainz den Abschluss der Restaurierungsarbeiten.
Die Untersuchung und Restaurierung der Wandmalereien, die neben dem Landesamt für Denkmalpflege auch von der Kommune, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) sowie der von ihr treuhänderisch verwalteten Dres. Ursula und Justus Keudel-Stiftung unterstützt wurden, stellten den Abschluss der gründlichen Instandsetzung der Kapelle dar. Allein die Bonner Denkmalschutz-Stiftung konnte über 115.000 Euro zur Verfügung stellen, wie ihre Projektarchitektin Ute Willinger erläuterte. Die Rettung der Kapelle wäre über die letzten Jahre jedoch ohne den von den Bürgern getragenen engagierten Verein nicht möglich gewesen.

Die kleine Kapelle St. Peter und Paul in Spay entstand bereits vor 1300. Sie ist vermutlich Teil einer untergegangenen kleinen Ansiedlung, die wegen des ständig wiederkehrenden Hochwassers etwas rheinabwärts verlagert wurde. Die Kapelle markiert den Weg zu einer der wenigen Furten über den Rhein und war ursprünglich wohl eine ritterliche Eigenkapelle. Heute liegt Spay im Bereich des Weltkulturerbes Mittelrheintal.

Der einschiffige Kirchenbau wird von einem verschieferten Dachreiter überragt. Spitzbogenfenster gliedern die Fassaden des Baus, der im Süden durch ein Spitzbogenportal erschlossen wird. Das Innere überspannt eine flache Holzbalkendecke, eine barocke Holzempore befindet sich am Südgiebel. Ihre besondere Bedeutung erhält die Kapelle durch die figürlichen Wandfresken aus der Erbauungszeit. Sie stellen an der Südwand Szenen des Jüngsten Gerichts, der Auferstehung sowie der Passion dar. Die Nordwand zeigt den Heiligen Martin, eine monumentale Darstellung des Heiligen Christopherus sowie die Wägung der Seelen. An der Stirnwand befinden sich Darstellungen von der Anbetung der Könige und des Heiligen Martin zu Pferde. Der Chor ist mit Darstellungen der Apostel ausgeschmückt. Diese Wandgemälde gehören in ihrer kunsthistorischen Bedeutung sowie in ihrem Umfang zu den schönsten und qualitätvollsten mittelalterlichen Ausmalungen in Rheinland-Pfalz. Die Gefährdung der Malerei war lange bekannt und wurde für das Landesamt für Denkmalpflege Anlass für eine umfangreiche Untersuchung. Seit 1999 wurden die Malereien sowie das spätmittelalterliche Kruzifix restauriert. Dabei mussten sowohl Fehler der letzten Restaurierung in den 50er Jahren behoben werden wie auch eine umfangreiche Festigung der sich ablösenden Putzbereiche durch Hinterfüllung erfolgen. Fehlstellen wurden nicht ergänzt, sondern nur durch feine Retuschen angeglichen.

Der rege Förderkreis St. Peter und Paul bemüht sich seit 1984 um die Rettung dieser einmaligen Kapelle. Mit erheblichen Eigenleistungen des Vereins und unermüdlichen Aktionen warb er um Fördermittel des Landesdenkmalamtes und der DSD. Seit 2000 ist die Kapelle eines von allein über 70 Denkmalen, die die in Bonn ansässige private Denkmalschutz-Stiftung seit ihrer Gründung 1985 aus Mitteln der Fernseh-Lotterie GlücksSpirale und privaten Spenden in Rheinland-Pfalz fördern konnte.


Bonn, den 30. Juni 2006/Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
URL zur Meldung: http://www.denkmalschutz.de/presse/96759553/fullView


Die Peterskapelle - eine echte Bürgerkapelle
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