Untersuchung der Wandmalerei : Historische Untersuchung, Kunstgeschichtliche und ikonographische Einordnung, Fassungsuntersuchung (UV-Aufnahmen, Pigment- und Bindemittelanalysen); Erstellen eines Konservierungs- und Restaurierungskonzeptes, Konservierung
Der 1360/61 errichtete Nikolaiturm, in dessen Erdgeschoß sich die Elisabethkapelle befindet, zählt zu den ältesten und wertvollsten Kunst- und Kulturobjekten Erfurts. Ursprünglich stand der als Glockenturm genutzte Turm in baulichem Zusammenhang mit der bereits 1013 und 1212 erwähnten Nikolaikirche. Diese wurde jedoch gegen Ende des 18. Jhd.'s abgebrochen, noch heute sind im Bereich der Nordfassade des Turms die Anbindungsbereiche an den Kirchenbau in Form von Mauerwerksunebenheiten und Türöffnungen erkennbar.
Die auf quadratischem Grundriß erbaute Elisabethkapelle weist eine kreuzgratgewölbte Decke und leicht spitzbogige Schildbogenwände auf. Das Mauerwerk wurde in Kalkbruchstein, die Tür-, Fenster- und Altarnischenlaibungen dagegen mit großformatigen Sandsteinquadern (Werkstein) ausgeführt. Als Mauer- und Verfugmörtel kam ein Kalkputz zum Einsatz. Abschließend brachte man einen geglätteten Gipsputz als Malschichtträger auf.
Im Bereich der Südwand kann man die noch erhaltenen Teile eines mittelalterlichen Malereizyklus mit szenischen Darstellungen zum Leben der hl. Elisabeth erkennen. Umfangreiche Untersuchungen ergaben, dass ursprünglich alle Wände der Kapelle bemalt waren.