Bergen / St. Marien
Andreas Weiß, Andreas Weiß Dipl. Restaurator (HS), Gingst
- Im Jahreszyklus 2005/ 2006 wurde durch uns ein umfassendes Monitoring der klimatischen Belastung des Kunst- und Kulturgutes durchgeführt. Dabei kam ein Meßnetz mit 27 Meßwertgebern zum Einsatz, insgesamt wurden 66 Meßwerte simultan aufgezeichnet.
- Die Marienkirche in Bergen auf Rügen wurde unmittelbar nach dem Fall der slawischen Tempelburg Arkona 1168 als Palstkirche des Rügenfürsten Jaromar 1 begonnen und vor 1193 als Querhausbasilika fertiggestellt.
Meßstellen und Meßdaten
An mehreren Meßstellen im Innenraum wurden Temperatur und Luftfeuchte im Nahfeld und an der Oberfläche, sowie die Materialfeuchte im oberflächennahen Bereich aufgezeichnet. Zusätzliche Meßpunkte dienten der Erfassung von vertikalen und horizintalen Gradienten im Raumklima. Weiterhin wurden das Außenklima, die Schlagregenbelastung und die Ausgleichsfeuchte des Backsteinmauerwerks in verschiedenen Tiefen aufgezeichnet.
Meßergebnisse
Das Raumklima ist aufgrund des enormen Puffervermögens des Backsteinmauerwerks vergleichsweise stabil. Faktoren, die dennoch für die Erhaltung des Kunst- und Kulturgutes bedenkliche Klimaschwankungen hervorrufen, sind: die manuelle Lüftung der Kirche durch Öffnen der Türen zum falschen Zeitpunkt; die direkte Sonneneinstrahlung auf wertvolle Objekte; Infiltration durch Undichtigkeiten in der Gebäudehülle und der Betrieb der Bankheizung. Die absolute Feuchte (d.h. der tatsächliche Feuchtegehalt der Luft) im Raum liegt im Mittel über der absoluten Feuchte der Außenluft. Die Ursache ist eine permanente Verdunstung von Feuchte aus dem Mauerwerk. Der Feuchteintrag in das Mauerwerk erfolgt durch Schlagregen und Kondensation auf der Außenseite.
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