Dokumentation
Tapeten, Bildtapeten und Papierträger
Tabarz / Friedrichrodaer Straße 15
stephan keilwerth, dipl.rest.(fh), gotha
- Fassungsuntersuchung der Innenräume Restaurierung Tapeten- und Stoffbespannung
- Musiksaal aus der Erbauungszeit der Villa um 1893 mit aufwändiger Tapten- und Malereigestaltung
- Restaurierung - und Rekonstruktion von Tapeten-, Stoff- und Fassungsbeständen
Zusammenfassung der Untersuchung
Das Gebäude in der Friedrichrodaer Straße 15 wurde im Jahre 1893 für einen General Otto erbaut. Es verfügt über aufwendig gestaltete Räume, von denen die bedeutendsten im Erdgeschoß liegen. Der eindrucksvollste Raum des Gebäudes ist der sogenannte Musiksaal, der aber nicht Bestandteil dieser Untersuchung war. Hauptsächlich wurden die ersten Fassungsgestaltungen der Räume des Erdgeschosses erfaßt und dokumentiert. Bei diesen Fassungssondierungen wurde eine besonders gut erhaltene Wandmalerei entdeckt. Sie befindet sich im Raum 5.4, der wie der Musiksaal zu den Repräsentationsräumen des Gebäudes gehört. Im Raum 5.3 wurden die Reste einer aufwendigen Wand- und Deckendekoration vorgefunden. Sie besteht aus einer Holzimitation am Sockel, schablonierten Blütenfriesen, einer Tapetenbordüre, einem schablonierten Ornamentband an der Decke und diversen Begleitstrichen. Die Untersuchung ergab, daß sich diese Art von Wand- und Deckengestaltung auch in den Räumen 5. 8 (Treppenhaus), 5.5 und 5.7 (Zugangsflure) befunden haben kann. In den Räumen 1.2, 2.1, 3.1 und 4.1 konnten zwar nur wenige Reste der ersten Fassung festgestellt werden, aber an ihnen wird deutlich, daß diese Räume über tapezierte Wände und monochrome Decken verfügten. Die Decken weisen allerdings in Raum 2.1 und 4.1 Stuckdekorationen auf, die polychrom gefaßt sind. Die Decke des Raumes 1.2 verfügt statt einer geputzten Fläche über eine Holzvertäfelung, die ähnlich aufwendig gestaltet ist wie die des Raumes 5.4. In den Räumen der Obergeschosse konnten keine bedeutenden Fassungsgestaltungen vorgefunden werden. In einem Raum des Kellers, der als Badezimmer ausgestattet ist, fand sich ein schablonierter Wandfries, eine mit Holzimitationen versehene Lampris und eine florale Deckendekoration. Eine Besonderheit dieses Raumes stellt die Muschelgrotte dar. Sie bildet den Ausgangsraum zum Garten und ist vollständig mit Muscheln verkleidet.
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