Könige und Baumeister - von Friedrich I. zu Wilhelm I.
Potsdam-Club Bonn und das DSD-Ortskuratorium Bonn/Rhein-Sieg laden zu einem Lichtbildvortrag ein: Aus Anlass des 300. Geburtstages des Preußenkönigs Friedrich II. laden der Potsdam-Club Bonn und das Ortskuratorium Bonn/Rhein-Sieg zu einem Lichtbildvortrag unter dem Titel "Könige und Baumeister auf dem Wege zur modernen Stadt: Bedeutung der Architektur für Preußens Aufstieg" am Dienstag, 24. Januar 2012 um 19.00 Uhr in das Akademische Kunstmuseum der Universität Bonn, Am Hofgarten 21, 53113 Bonn ein.
Der Architekturhistoriker Professor Dr. Ingo Sommer vom Institut für Visuelle Kunst und Visuelle Kultur der Universität Oldenburg referiert über die Baukunst in Preußen von Friedrich I. zu Wilhelm I. (1701-1871). Darin nimmt Friedrich der Grosse, wie ihn seine Zeitgenossen nannten, der von 1740 bis 1786 regierte, eine nicht unbedeutende Rolle ein.
Friedrich, absolutistischer Machtpolitiker, feinsinniger Kunstliebhaber und dilettierender Architekt, nutzte auch Literatur, Musik und Baukunst zum Ausbau der preußischen Machtstellung in Europa, etwa durch den Bau seiner Siedlungen. Der glanzvolle friderizianische Barockstil prägte auch zunehmend die Potsdamer Landschaftsarchitektur, so in Schloss Sansssouci (1744-1748), bei der Französischen Kirche (1751-1753) oder der Nikolaikirche (1752), beim Neuen Palais (1763-1769) und beim Palazzo Barberini (1772). Zur Berliner Hauptstadtplanung gehören ebenso die Arbeiten an Schloss Monbijou (1740-1742) und Schloss Charlottenburg (1740-1743) wie an der Berliner Oper (1741-1743), der Hedwigskathedrale (1747-1773) und dem Prinz Heinrich-Palais (der heutigen Humboldtuniversität 1748-1853). Friedrich II. zeigte seinen Baubeamten gegenüber wenig Respekt und bediente sich fremder Entwurfsideen hemmungslos. Willkürlich und detailversessen griff er immer wieder in Planungen ein. Darunter hatte Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff an erster Stelle, aber ebenso Karl Philipp von Gontard, Johann Gottfried Büring und Heinrich Ludewig Manger zu leiden.
Sommer macht deutlich, wie es dazu kam, dass Architektur und Städtebau für das nach dem Dreißigjährigen Krieg entvölkerte Brandenburg und das durch die Pest menschenleere Ostpreußen so bedeutsam wurden. Dass ohne natürlichen Reichtum, ohne Bodenschätze, ohne eigene Seemacht und ohne kulturelle Traditionen binnen 170 Jahren ein einflussreicher Staat im Herzen Europas heranwuchs, dessen immer neuere Bauten und zusehends modernere Städte politisches Stimmrecht reklamierten, zeigt, dass Bauten durchaus politische, gesellschaftliche und kulturelle Ziele proklamieren.
Bonn, den 23. Januar 2012/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Der Architekturhistoriker Professor Dr. Ingo Sommer vom Institut für Visuelle Kunst und Visuelle Kultur der Universität Oldenburg referiert über die Baukunst in Preußen von Friedrich I. zu Wilhelm I. (1701-1871). Darin nimmt Friedrich der Grosse, wie ihn seine Zeitgenossen nannten, der von 1740 bis 1786 regierte, eine nicht unbedeutende Rolle ein.
Friedrich, absolutistischer Machtpolitiker, feinsinniger Kunstliebhaber und dilettierender Architekt, nutzte auch Literatur, Musik und Baukunst zum Ausbau der preußischen Machtstellung in Europa, etwa durch den Bau seiner Siedlungen. Der glanzvolle friderizianische Barockstil prägte auch zunehmend die Potsdamer Landschaftsarchitektur, so in Schloss Sansssouci (1744-1748), bei der Französischen Kirche (1751-1753) oder der Nikolaikirche (1752), beim Neuen Palais (1763-1769) und beim Palazzo Barberini (1772). Zur Berliner Hauptstadtplanung gehören ebenso die Arbeiten an Schloss Monbijou (1740-1742) und Schloss Charlottenburg (1740-1743) wie an der Berliner Oper (1741-1743), der Hedwigskathedrale (1747-1773) und dem Prinz Heinrich-Palais (der heutigen Humboldtuniversität 1748-1853). Friedrich II. zeigte seinen Baubeamten gegenüber wenig Respekt und bediente sich fremder Entwurfsideen hemmungslos. Willkürlich und detailversessen griff er immer wieder in Planungen ein. Darunter hatte Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff an erster Stelle, aber ebenso Karl Philipp von Gontard, Johann Gottfried Büring und Heinrich Ludewig Manger zu leiden.
Sommer macht deutlich, wie es dazu kam, dass Architektur und Städtebau für das nach dem Dreißigjährigen Krieg entvölkerte Brandenburg und das durch die Pest menschenleere Ostpreußen so bedeutsam wurden. Dass ohne natürlichen Reichtum, ohne Bodenschätze, ohne eigene Seemacht und ohne kulturelle Traditionen binnen 170 Jahren ein einflussreicher Staat im Herzen Europas heranwuchs, dessen immer neuere Bauten und zusehends modernere Städte politisches Stimmrecht reklamierten, zeigt, dass Bauten durchaus politische, gesellschaftliche und kulturelle Ziele proklamieren.
Bonn, den 23. Januar 2012/Schi
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